Christian Grascha: Niedersachsen zur Gründerschmiede machen – FDP-Fraktion fordert Mentalitätswechsel für mehr Unternehmertum

Hannover. Die FDP-Fraktion will Unternehmensgründungen in Niedersachsen besser fördern. „Wir wollen Niedersachsen langfristig zur besten Gründerschmiede entwickeln“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Grascha am Freitag im Landtag. Derzeit befindet sich Deutschland und vor allem Niedersachsen in einer Gründungskrise. Das Problem liege darin, dass unter deutschen Unternehmensgründern immer noch die „German Angst“ vor dem Scheitern im Vordergrund stehe, so Grascha. „Wir brauchen deshalb eine neue Kultur der zweiten und dritten Chance und einen Mentalitätswechsel in Gesellschaft und Politik.“

Der FDP-Politiker betonte, dass bei der Betrachtung der monatlichen Arbeitsmarktzahlen der Eindruck entstehe, Gründungen seien nur ein Notnagel, wenn sich nichts anderes mehr finde. „Wie selbstverständlich wird dann berichtet, dass bei einer geringen Arbeitslosenzahl auch eine geringe Zahl an Gründungen logisch ist. Das macht das Problem deutlich. Die Selbständigkeit muss in den Köpfen eine gleichwertige Beschäftigungsmöglichkeit sein“, forderte Grascha.

Wichtig für eine gute Gründerkultur sind laut Grascha drei Dinge: kluge Köpfe, ein unkomplizierter Staat und mehr Kapital. Konkret fordert die Fraktion deshalb etwa den Inhalt der Fächer „Wirtschaft“ um den Aspekt des Unternehmertums sowie der Existenzgründungen zu erweitern. Zudem sollte die Förderung von Existenzgründungen im Hochschulentwicklungsvertrag verankert werden. Wichtig sei ebenfalls ein bürokratiefreies erstes Jahr für Existenzgründer, so dass zu Beginn der Gründungsphase die Anmeldung des Gewerbescheins ausreicht. Für mehr Kapital schlägt die Fraktion die Ausweitung des Förderprogramms MikroSTARTer in Niedersachsen vor. Grascha: „Und schließlich muss alles beseitigt werden, was unternehmerisches Handeln behindert – also ein kompliziertes Vergabegesetz oder Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn.

Hintergrund: Die FDP-Fraktion hat einen Entschließungsantrag zur Gründerkultur in Niedersachsen in den Landtag eingebracht. Niedersachsen ist bei den Gründungen unterdurchschnittlich. Während deutschlandweit im Jahr 2014 insgesamt 60,9 Existenzgründungen je 10.000 Erwerbstätige zu verzeichnen waren, liegt der Wert für Niedersachsen lediglich bei 55,2. Details enthält unser Gründerpapier im Anhang.

2015_05_21_Impulspapier Gründerschmiede_v8