Zukunft der Pflege
Zahlen und Fakten zum Thema Pflege
Pflegebedürftigkeit und demographische Entwicklung

• Gegenwärtig sind in Deutschland etwa 2,37 Millionen Menschen pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel davon (69 %) werden zu Hause versorgt.
• Die Zahl der Menschen, die 60 Jahre alt und älter sind, wird in Deutschland bis 2030 von 21,0 Millionen voraussichtlich auf 28,6 Millionen Menschen steigen, die Zahl der über 80-Jährigen vermutlich von 4,1 Millionen auf 6,4 Millionen. Schätzungen zufolge werden dann 3,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein.
Pflegeleistungen
• Die Leistungsausgaben in der sozialen Pflegeversicherung lagen im Jahr 2009 insgesamt bei rund 19,3 Milliarden Euro und sind somit seit 1999 um rund 3,8 Milliarden Euro angestiegen.
• In der sozialen Pflegeversicherung sind rund 55 % der Pflegebedürftigen der Pflegestufe I, rund 33 % der Pflegestufe II und rund 12 % der Pflegestufe III zugeordnet.
Pflegedienste und Pflegeheime
• In Deutschland gibt es ca. 11.500 ambulante Pflegedienste und ca. 11.000 Pflegeheime.
• In privater Trägerschaft sind 60 % der ambulanten Pflegedienste und 39 % der Pflegeheime, in freigemeinnütziger Trägerschaft (z.B. Caritas, Diakonie, AWO) 38 % der Pflegedienste und 55 % der Pflegeheime.
• Im Schnitt betreut ein Pflegedienst etwa 44 Pflegebedürftige.
• Im Schnitt werden pro Heim etwa 64 Pflegebedürftige betreut.
• Jedes fünfte Pflegeheim ist mit einem Altenheim oder betreutem Wohnen verbunden.
Berufsfeld Pflege
• Rund 810.000 Personen sind bei Pflegediensten und in Pflegeheimen beschäftigt. Mehr als 85 % davon sind Frauen.
• Die Mehrheit des Personals, etwa 61 %, ist teilzeitbeschäftigt. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten ist bei den ambulanten Diensten höher als in den Pflegeheimen.
• Rund 30 % der in der Altenpflege Beschäftigten sind unter 35 Jahre, rund 46 % sind zwischen 35 und 50 Jahre und rund 23 % sind über 50 Jahre alt.
• Von den Beschäftigten im Bereich Pflege und Betreuung hat mehr als die Hälfte eine Ausbildung als Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger. Ohne Berufsausbildung oder noch in der Ausbildung sind im ambulanten Bereich rund 6 % des Personals, in den Heimen 18 %.
Demenz
• Nach aktuellen Schätzungen leben zur Zeit rund 1,1 Millionen Demenzkranke in Deutschland.
• Vermutlich kommen jedes Jahr rund 200.000 Neuerkrankungen dazu.
• In der Altersgruppe der 70 bis 74-Jährigen sind solchen Schätzungen zufolge weniger als 3 % betroffen, bei den 80 bis 84-Jährigen bereits 13 %, bei den über 90-Jährigen mit 34 % sogar rund ein Drittel.
• Da die Anzahl der alten Menschen in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, kann vermutet werden, dass die Zahl der Demenzkranken in den nächsten Jahrzehnten noch weiter ansteigen wird. Aus statistischen Hochrechnungen ergibt sich, dass je nach Rahmenbedingungen (Vorbeuge¬maßnahmen, Behandlungsmöglichkeiten und Lebenserwartung) bis 2030 ein Anstieg der Fälle von Demenzerkrankungen auf bis zu 1,7 Millionen möglich ist.
• Die Alzheimer-Krankheit ist mit einem Anteil von etwa zwei Dritteln die häufigste Form der Demenzerkrankung. Daran schließen sich die gefäßbedingten (so genannten vaskulären) Demenzen an mit etwa einem Viertel der Fälle, gefolgt von anderen seltenen Formen.
Pflegestützpunkte und Pflegeberatung
• Mit der Pflegereform 2008 wurde beschlossen, dass Pflege- und Krankenkassen Pflegestützpunkte einzurichten haben, wenn das Land das bestimmt. Neun Bundesländer haben inzwischen derartige Bestimmungen erlassen.
• Seit 1. Januar 2009 besteht für Rat- und Hilfesuchende ein gesetzlicher Anspruch auf eine umfassende und individuelle Pflegeberatung.
• Um möglichst rasch einen bundesweiten Aufbau von Pflegestützpunkten voranzutreiben, gibt es von der Pflegeversicherung eine Anschubfinanzierung von insgesamt 60 Millionen Euro.
• Vielerorts wurde angefangen, Pflegestützpunkte unter Berücksichtigung bereits bestehender Strukturen einzurichten.
• Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass bundesweit mehr als 500 Pflegestützpunkte eingerichtet werden sollen.
• Rheinland-Pfalz verfügt als erstes Bundesland seit Anfang 2009 über ein flächendeckendes Netz von Pflegestützpunkten.
• In Bremen haben die Pflegestützpunkte ebenfalls die Arbeit wie geplant aufgenommen
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit


