Gero Hocker: Tötung von Vögeln durch Windkraftanlagen wird ausgeweitet – Änderung im Bundesnaturschutzgesetz

Hannover. Der FDP-Umweltpolitiker Gero Hocker kritisiert eine zunehmende Gefahr für Vögel durch die geplante Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Änderung, die am Donnerstagabend im Bundestag beschlossen werden soll, führe zu einer noch drastischeren Bedrohung von Vögeln durch Windräder, so Hocker. „Diese Aufweichung des artenschutzrechtlichen Tötungsverbots ist inakzeptabel. Das Bundesumweltministerium hat alle Bedenken einfach zur Seite gewischt. Dabei sterben schon jetzt jährlich alleine rund 12.000 Greifvögel in Windkraftanlagen“, sagt Hocker.

Der FDP-Politiker kritisierte, dass mit der Änderung das Töten von Vögeln relativiert werde. Die Tötung von Vögeln ist mit der Änderung kein prinzipieller Hinderungsgrund mehr für den Bau von Windkraftanlagen. Hocker: „Das zeigt die Doppelmoral vermeintlicher Naturschützer. Wenn ein Vogel für den vermeintlich hehren Zweck der Energiewende stirbt, ist das ok.“

Hintergrund: Die beabsichtigte Neufassung des § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes soll eine Lockerung des bisherigen Tötungs- und Verletzungsverbots von Tieren festschreiben, wenn eine “Beeinträchtigung unvermeidbar ist”. Unvermeidbare Beeinträchtigungen können im Sinne der Gesetzesnovelle bei dem Betrieb von Windrädern entstehen. Der Bundestag sollte am Donnerstagabend in zweiter und dritter Lesung über die Novelle beraten.