Hermann Grupe: 0,6 Prozent der Schweine profitieren von Meyers Ringelschwanzprämie – ein Minister bewegt sich im Promillebereich

Hannover. Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, wirft der Landesregierung teure Symbolpolitik beim Thema Tierwohl vor. „99,4 Prozent der Schweine in Niedersachsen haben gar nichts von Meyers Ringelschwanzprämie. Selbst bei den Biobauern, die weniger als ein Prozent aller Schweine halten, nehmen nur wenige Betriebe teil. Meyer macht Politik für 0,6 Prozent der Schweine – ein Minister bewegt sich im Promillebereich“, spottet der FDP-Agrarexperte und Landwirt. Der Großteil der Fördermillionen gingen ohnehin für Mitnahmeeffekte drauf, also für Betriebe, die auch bisher schon auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichtet haben. Grupe: „In nur zweieinhalb Jahren hat Minister Meyer das Agrarinvestitionsförderprogramm ruiniert und die durch die Landesregierung geförderten Investitionen in mehr Tierwohl fast auf Null gebracht. Und Meyers neues Tierwohlprogramm stellt sich jetzt als völlig unpraktikabel heraus. Nur wenn Landwirte in moderne Anlagen investieren können, kann das Tierwohl tatsächlich verbessert werden.“

Hintergrund: Der Niedersächsische Landwirtschaftsminister freut sich darüber, dass Betriebe mit 115.000 Mastschweinen jährlich sich um die ‚Ringelschwanzprämie‘ – also eine Prämienzahlung dafür, dass sie auf das Kupieren des Ringelschwanzes bei Ferkeln verzichten – beworben haben. In Niedersachsen werden jedes Jahr etwa 19 Millionen Mastschweine gemästet. Der Anteil der Mastschweine, die von der teuren Prämie profitieren, liegt somit im Promillebereich.