Hermann Grupe: Angeblicher Bier-Skandal ist Verbraucherverunsicherung

Hannover. Der verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe kritisiert den Landwirtschaftsminister scharf für seinen missbräuchlichen Umgang mit wissenschaftlichen Befunden im Lebensmittelbereich. „Meyers angeblicher ‚Bier-Skandal‘ ist ein schlimmer Fall von Verbraucherverunsicherung. Mikrospuren von Medikamenten oder ähnlichem lassen sich mit modernster Messtechnik in nahezu allen Lebensmitteln nachweisen. Meyer selbst muss einräumen, dass eine Gesundheitsgefährdung durch diese Stoffe im Bier noch nicht mal vermutet wird. Meyer betreibt Politik, indem er den Menschen Angst vorm Bier macht“, ärgert sich der FDP-Landwirtschaftsexperte. Studien über geringste Spuren verschiedener Wirkstoffe im Bier gebe es bereits seit Monaten. Nach Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) müsse man 1000 Liter Bier täglich trinken, bevor sich beispielsweise aus den gefundenen Glyphosat-Werten eine Beeinträchtigung ergeben könnte. Dass Meyer mit dem Thema vor der Wahl Schlagzeilen machen will, liegt Grupe zufolge auf der Hand. „Dass ein amtierender Minister noch immer bewusste Falschaussagen zu Glyphosat verbreitet, ist eine Sauerei. Das giftigste an diesem vermeintlichen Skandal, ist die Verunsicherung, die Meyer verbreitet. Noch nicht mal beim Bier macht der grüne Chefideologe halt“, so Grupe.

Hintergrund: Der grüne Landwirtschaftsminister hat eine ältere Studie des Laves problematisiert, die Mikrospuren von Pflanzenschutzmitteln in Bier festgestellt hat, u.a. auch Glyphosat. Die Tatsache, dass Glyphosat fälschlicherweise von der WHO als krebserregend eingestuft wurde, ist dabei längst bekannt. Auf Nachfrage musste das Landwirtschaftsministerium heute selbst einräumen, dass keine Schädlichkeit der Stoffe im Bier nachweisbar ist.