Hermann Grupe: Bemühen um Wasserqualität darf nicht zu Höfesterben führen – Bürokratie bei Düngeverordnung abbauen

Hannover. Bei der Problematik rund um Gülle und Trinkwasserqualität fordert der FDP-Landwirtschaftsexperte Hermann Grupe von der Landesregierung nicht den Blick auf die Landwirte zu verlieren. Der heute vorgestellte Nährstoffbericht habe deutlich gemacht, dass es regional Probleme gebe. „Ganz klar: es muss gezielt da gehandelt werden, wo es Probleme gibt. Dort ist die Aufbereitung wichtig. Aber das Bemühen um bessere Wasserqualität darf nicht gleichzeitig zu einem Höfesterben durch ausufernde Bürokratie führen“, sagte Grupe.

Mit der Düngeverordnung werde den Landwirten zum Teil völlig sinnlose bürokratische Auflagen gemacht. Insbesondere viele kleinere Betriebe würden damit direkt in die Aufgabe der Tierhaltung getrieben.  „Die Große Koalition lässt die Landwirte, die die Herausforderung annehmen, im Stich, statt ihnen bei der Problemlösung zu helfen“, urteilte der FDP-Politiker. Grupe forderte deshalb, dass die Düngeverordnung entsprechend überarbeitet wird, um etwa auch die Aufnahme von Gülle attraktiver zu machen.

Der Agrarexperte verwies auch noch mal auf die von seiner Fraktion vorgeschlagenen Maßnahmen. „Die Lösung der Probleme ist doch klar. Wir brauchen den Einsatz moderner Technik, um Düngemengen exakter auf den Feldern ausbringen zu können. Und: in den Aufnahmegebieten gibt es derzeit nicht genug Lagerkapazitäten“, sagte er. Für Düngelager und die Digitalisierung in der Landwirtschaft habe seine Fraktion im Nachtragshaushalt deshalb jeweils zehn Millionen Euro bereitgestellt. Grupe: „Beides ist jedoch von CDU und SPD abgelehnt worden.“

Hintergrund: Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hat am heutigen Mittwoch den Nährstoffbericht 2016/2017 vorgestellt. Demnach überschreiten sieben Landkreise nach der die Obergrenze für Stickstoff und in Zukunft auch für Phosphat.