Hermann Grupe: Geplante Düngeverordnung ist schon jetzt gescheitert – FDP-Agrarexperten fordern umfassende Korrekturen

Die Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz hat am heutigen Mittwoch am Rande der Agritechnica in Hannover einen Beschluss zur umfassenden Überarbeitung der Düngeverordnung verabschiedet. „Wir setzen uns für ein praktikables und bewegliches Düngerecht ein. Der Maßstab muss eine bedarfs- und standortgerechte Nährstoffversorgung der landwirtschaftlichen Kulturen sein. Die aktuelle Düngeverordnung verhängt Einschränkungen auch dort, wo es gar keine Probleme gibt und verbietet somit Landwirten teilweise die ordnungsgemäße Landwirtschaft. Das kann und darf nicht das Ziel von Politik sein“, so Hermann Grupe, landwirtschaftspolitischer Sprecher der niedersächsischen FDP-Fraktion.

„Die Düngegesetzgebung muss zielgenauer dort ansetzen, wo Probleme bestehen. Neben einer angemessenen Basisregulierung muss es Ausnahmen für Betriebe und Regionen geben, die nachweislich keine problematischen Nitratemissionen verursachen. Eine solche Regelung motiviert alle Betriebe, ihre Nitratemissionen so weit wie möglich zu reduzieren und belohnt Landwirte, die den Kontrollwert in der Düngeverordnung unterschreiten“, ergänzt Dr. Friedrich Bullinger, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Baden-Württemberg. Die Lösung liege in einer Gesamtbetrachtung der Nährstoffverteilung. In diesem Zusammenhang sei der neue Entwurf sogar kontraproduktiv. „In Regionen mit zu hohem Gülleaufkommen muss das Ziel sein, den Transport vorhandener wertvoller Wirtschaftsdüngermengen in Ackerbauregionen voranzubringen. So wird mineralischer Dünger eingespart und es kommt insgesamt zu positiven Umwelteffekten. Der aktuelle Entwurf der Düngeverordnung gefährdet diesen Nährstofftransfer. Die Probleme in den Überschussregionen würden damit noch verschärft“, fügt Marco Weber, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Rheinland-Pfalz hinzu.

Hintergrund: Am Rande der Agritechnica in Hannover trafen sich die Agrarexperten der FDP-Fraktionen der Bundesländer und verabschiedeten einen Beschluss zur umfassenden Überarbeitung der Düngeverordnung.