Jan-Christoph Oetjen: Spezielle Ermittlungsgruppe für alte Mordfälle – Arbeit an „Cold Cases“ muss verbessert werden

Hannover. Die FDP-Fraktion macht sich für eine bessere Aufklärung von ungeklärten Tötungsdelikten und Vermisstenfällen in Niedersachsen stark. „Die Göhrdemorde haben gezeigt, dass auch nach Jahren noch Fälle erfolgreich aufgeklärt werden können – vorausgesetzt, dass Polizisten auch die Zeit dafür haben, alte Akten noch einmal in die Hand zu nehmen und Untersuchungen voran zu treiben“, sagt der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jan-Christoph Oetjen. Leider sind die Beamten aber personell oft so unterbesetzt, dass die normale polizeiliche Arbeit erledigt werden kann. „Für die bessere Aufklärung solcher Fälle braucht die Polizei dringend mehr Personal“, so Oetjen.

Darüber hinaus sollte Niedersachsen dem Beispiel Hamburgs folgen und eine Ermittlungseinheit für ungelöste Kapitalverbrechen, sogenannte „Cold Cases“ einführen. In einer ersten Anfrage, will die FDP-Fraktion deshalb von der Landesregierung wissen, wie sie eine solche Spezialermittlungsgruppe bewertet. Oetjen: „Mord verjährt nicht. Wir sind es den Angehörigen auch nach Jahren schuldig, dass die Täter mit Nachdruck ermittelt werden.“

Hintergrund: Nach fast 30 Jahren hat die Polizei zwei Doppelmorde in der Nähe von Lüneburg aufgeklärt. Nach Angaben des Bund Deutscher Kriminalbeamter gibt es in Niedersachsen rund 250 ungeklärte Tötungsdelikte und Langzeitvermisstenfälle. In Hamburg gibt es bereits seit 2016 eine spezielle Ermittlungseinheit für ungelöste Kapitalverbrechen.