Björn Försterling: Inklusion in Niedersachsen droht zu scheitern – Landesregierung muss endlich tragfähiges Konzept und ausreichende Mittel bereitstellen

Hannover. Der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, kritisiert die Landesregierung scharf bezüglich der Umsetzung der Inklusion in Niedersachsen. „Wir alle konnten es heute in der Zeitung lesen: Die Eltern der Kinder mit Förderbedarf sprechen sich mittlerweile selbst gegen die Inklusion in der aktuellen Form aus. Das sind die Eltern, die so lange dafür gekämpft haben, dass ihre Kinder Regelschulen besuchen können. Sie sind maßlos enttäuscht von dem, was die Landesregierung ihnen und ihren Kindern zumutet und wünschen sich das alte System zurück“, so Försterling. Spätestens jetzt müsse die Kultusministerin begreifen, dass der aktuelle Weg nicht funktioniere.

Es könne nicht sein, dass aus ideologischen Gründen ein Konzept durchgezogen werde, dass keine echte Substanz hätte. „Inklusion soll allen Beteiligten nützen. So, wie diese Landesregierung sie allerdings aufzieht, leiden alle Beteiligten. Warum werden weniger Sonderpädagogen eingestellt, als laut Berechnung des Ministeriums nötig? Ist es ausreichend, in den Grundschulen eine sonderpädagogische Grundversorgung mit zwei Stunden pro Woche anzusetzen? Ist die Doppelzählung wirklich ein vernünftiges Mittel? Ist es für den Aufbau von Freundschaften förderlich, wenn ein Kind den ganzen Tag einen Schulbegleiter neben sich sitzen hat? Ich denke, all diese Fragen lassen sich mit ‚Nein‘ beantworten“, so Försterling. Es sei höchste Zeit für tragfähige Konzepte. „Wir fordern, in den kreisfreien Städten Förderschulzentren aufzubauen, die für Sonderpädagogen und auch Eltern zur zentralen Anlaufstelle werden. Auch die Ausbildung und die Entwicklung von Kooperationsklassen wäre hier professionell angesiedelt. So kann Inklusion dann auch gelingen.“

Hintergrund: Der Niedersächsische Landtag debattierte heute über ein Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung der inklusiven Schule.