Björn Försterling: Landesregierung an ihren Versprechen messen

Zusätzliche Herausforderungen

Ausfallende Unterrichtsstunden sorgen jährlich für Frust bei Schülern und Eltern. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, erläutert das Problem: “Während eine ausgefallene Schulstunde unerwartete Freizeit bedeuten kann, sind regelmäßige Ausfälle in der Lage den Abschluss, das Studium oder eine Berufsausbildung zu gefährden. Nicht alle Schüler finden zu Hause ein Umfeld vor, das den entgangenen Lernstoff wieder ausgleichen kann.” Es geht ihm um Chancengerechtigkeit: “Mit dem Schulunterricht legen wir die Basis für einen beruflichen Aufstieg. Fällt dieser aus, kann das mitunter nicht mehr nachgeholt werden”, sagt er.

 


“Während eine ausgefallene Schulstunde unerwartete Freizeit bedeuten kann, sind regelmäßige Ausfälle in der Lage den Abschluss, das Studium oder eine Berufsausbildung zu gefährden.”
(Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen)


 

Zu den alljährlichen Herausforderungen kommt im Schuljahr 2020/21 eine weitere hinzu. Lehrkräfte, die pensioniert werden müssen ersetzt werden und Krankheitsfälle brauchen Ersatzlehrer, können jedoch schlecht kalkuliert werden. An den Gymnasien wird zusätzlich das Abitur im 13. Jahrgang geschrieben. In den Vorjahren gingen Abiturienten nach der 12. Klasse ab. Das Land Niedersachsen muss also den Bedarf für einen ganz neuen Abiturjahrgang decken.

Wunschliste der Bildungspolitik

Neben den Notwendigkeiten stehen noch weitere Punkte auf Björn Försterlings Wunschliste: “Wir sollten den Anspruch haben, dass unser Bildungssystem beste Möglichkeiten bietet”, sagt er. Dafür müssen weitere Stellschrauben für eine höhere Bildungsqualität betätigt werden. Försterling will eine Altersermäßigung für ältere Lehrkräfte: Lehrer im höheren Alter sollen weniger Unterrichtsstunden in den Klassen leisten müssen und so entlastet werden. Das Ziel: Erfahrene Lehrkräfte bis zum Eintritt des Rentenalters im Schulsystem zu behalten und Frühpensionierungen entgegenzuwirken. Außerdem sollen Lehrer die Möglichkeit erhalten, mehr Arbeitszeit für die Schulverwaltung aufzubringen: “Oft übersteigt der Verwaltungsaufwand die dafür verfügbaren Zeitbudgets”, sagt Försterling. “Für die Lehrer bedeutet das einen Spagat, der sehr viel Energie kostet.”

Auch die Arbeit an Grundschulen soll attraktiver werden. Der Landtagsabgeordnete will als Anreiz Grundschullehrern weniger Unterrichts-Pflichtstunden bieten. Derzeit leisten sie ein höheres Pensum als zum Beispiel ihre Kollegen an Gymnasien. “Alle vorgeschlagenen Entlastungen müssen natürlich durch mehr Lehrkräfte aufgefangen werden, wenn wir so die Qualität des Unterrichts erhöhen wollen”, erklärt Försterling.

Überraschende Aussichten

Für die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag erinnerte Försterling die Landesregierung an ihre Verantwortung gegenüber der nächsten Generation und fragte nach den Planungen für den kommenden Jahrgang. Die überraschende Antwort: Während in den vergangenen Jahren zu wenige Bewerber auf ausgeschriebene Lehrstellen kamen, kann die Landesregierung nun auf ein Überangebot an Bewerbungen blicken. Konkret haben sich auf 2.500 zu besetzende Stellen ca. 3.400 ausgebildete Lehrer und Quereinsteiger beworben. Björn Försterling äußert sich zu den neu aufscheinenden Möglichkeiten: “Als FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen sichern wir dem Minister unsere Unterstützung bei der Sicherung der Unterrichtsversorgung zu. Wenn die Bewerberlage so gut ist wie dargestellt, dann sollten wir im 2. Nachtragshaushalt Stellen für diese Bewerber zur Verfügung stellen.” Försterling macht deutlich, dass an seine Unterstützung Erwartungen geknüpft sind: “Gemeinsam sollten wir dann Maßnahmen wie die Altersermäßigung, die Entlastung der Schulleitungen und die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte auf den Weg bringen. Der Kultusminister wird sich an seinen heutigen Worten messen lassen müssen.”