Björn Försterling: Landesregierung setzt bei der Unterrichtsversorgung auf Hoffnung – Einen Plan hat sie nicht

Anlässlich der Dringlichen Anfrage der FDP-Fraktion, ob es genügend Lehrkräfte in Niedersachsen gibt, zeigte sich, dass die Planungen der Landesregierung auf Hoffnung beruhen, nicht aber auf Fakten. „Der Kultusminister konnte nicht eindeutig beantworten, wie viele Lehrkräfte für eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung benötigt werden. Nur zu hoffen, dass es reicht, genügt nicht“, so der bildungspolitische Sprecher der Freien Demokraten, Björn Försterling. Er fordere eine langfristige und belegbare Personalplanung der Landesregierung, insbesondere im Hinblick auf den Mehrbedarf für den 13. Jahrgang an den Gymnasien im Schuljahr 2020/2021. Auf den zu erwartenden Bedarf an Gymnasiallehrern von bis zu 2.000 Lehrkräften (zusätzlicher Bedarf und Pensionierungen) kommen nur 1.290 Absolventen der niedersächsischen Studienseminare. „Auch hier agiert der Minister lediglich nach dem Prinzip Hoffnung, dass sich genügend Bewerber mit gymnasialem Lehramt aus anderen Bundesländern finden. Einen Plan hat er aber nicht“, stellte Försterling fest.

Ähnlich enttäuschend waren für den FDP-Bildungsexperten die Antworten auf die Fragen nach der Mehrarbeit und der Mehrbelastung der Lehrkräfte in Niedersachsen. Konkrete Zusagen zum Abbau der Mehrbelastung, beispielsweise durch eine Minderung der Unterrichtsverpflichtung, konnte der Minister nicht machen. Über die vorhandenen aufgelaufenen Überstunden der Lehrkräfte in Niedersachsen liegen der Landesregierung keine Zahlen vor. „Man stelle sich mal vor, dass ein Chef keinen Überblick über die Überstunden seiner Beschäftigten hat. So kann man keine Personalplanung machen“, zeigte sich Försterling erstaunt. Diese Planlosigkeit werde auch im kommenden Schuljahr wieder zu Abordnungen von Lehrkräften in großem Umfang führen. „Da hat der Minister aber einen Plan: einfach solange abordnen bis es passt. Zum Leidwesen der Lehrkräfte“, so Försterling abschließend.

Hintergrund: Anlässlich der Dringlichen Anfrage „Stellenbesetzungen, Unterrichtsversorgung, Mehrarbeit – hat Niedersachsen genügend Lehrkräfte?“ der FDP-Fraktion debattierte der Landtag am Donnerstag über die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen.