Björn Försterling: Start von Schulen und Kitas

Seit dem 20. April werden die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet. Ab dem 27. April wird auch der Präsenzunterricht schrittweise wieder aufgenommen. Die Öffnung der Schulen hätte aus Sicht des bildungspolitischen Sprechers der FDP-Landtagsfraktion, Björn Försterling, schneller gehen müssen: “Es bilden sich soziale Ungerechtigkeiten heraus. Wir sehen gerade, wie viele Schüler zu Hause nicht über notwendige und ausreichende digitale Endgeräte, Drucker oder auch Netzanbindung verfügen. Viele haben gar keinen Lernort in der Wohnung. Hier müssen schnell Lösungen gefunden werden, damit sich diese ungleichen Bildungschancen nicht manifestieren.”

Öffnung besser vorbereiten als die Schließung 

“Die Öffnung muss besser vorbereitet werden als die ad hoc verkündeten Schulschließungen. Wir brauchen hier klare Handlungsempfehlungen und Rahmenbedingungen”, erklärt Försterling. Er möchte mit wenigen Präsenztagen in den Schulbetrieb einsteigen und durch eine Halbierung der Klassen die notwendige körperliche Distanz sicherstellen. “Die Jahrgänge sollten auf verschiedene Präsenztage in der Woche aufgeteilt werden. An Montagen und Donnerstagen wären dann beispielsweise die fünften und neunten Klassen im Schulgebäude“, erläutert Försterling. Um die Digitalisierung komme die Landesregierung auch mit dem vorgeschlagenen Öffnungsmodell nicht herum. So müsse die Bildungscloud mit entsprechenden Lern-Apps schnell und sicher ausgerollt werden. „Schüler, die zu Hause keinen geeigneten Lernort vorfinden, brauchen Räume, welche die notwendige körperliche Distanz und Ruhe gewährleisten. Dafür könnten zum Beispiel Turnhallen umgebaut werden“, schlägt Försterling vor. Bei Lehrkräften solle zudem die vorhandene Kompetenz gebündelt werden: “Bevor alle Lehrer beginnen, eigene Tutorials zu erstellen, sollten wir für Niedersachsen eine Plattform aufsetzen, die Best-Practice-Beispiele von Kollegen zur Verfügung stellt.” Das Vertiefen und Nacharbeiten könne dann von den Fachlehrern vor Ort begleitet werden. Auch Lehrkräfte aus den Risikogruppen könnten digitale und analoge Lehrmaterialien erstellen und per Telefon oder Videoschalte Nachfragen der Schüler beantworten.

 


“Es müssen schnell Lösungen gefunden werden, damit sich ungleiche Bildungschancen nicht manifestieren.”
(Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen)


 

Kitas öffnen, um Eltern zu entlasten 

Der Bildungspolitiker fordert zudem Konzepte für eine schnellere Öffnung von Kindertagesstätten: “Das Ziel der Landesregierung, nur 8 Prozent der Kita-Kinder zu betreuen, ist zu gering. Homeoffice und Kinderbetreuung sind zwei Jobs, das halten die Familien auf Dauer nicht aus”, sagt Försterling. Die Betreuung solle in rotierenden, festen Gruppen von maximal 5 Kindern und vorrangig halbtags stattfinden. Auch nachbarschaftliche Hilfe bei festen Gruppen von bis zu 5 Kindern soll helfen.  “Als Freie Demokraten trauen wir den Menschen in Niedersachsen zu, die Notwendigkeit des Infektionsschutzes einzusehen und verantwortlich zu handeln. Wir trauen ihnen auch zu, bürgerschaftliche Lösungen zu entwickeln”, ergänzt Försterling.

 

Positionspapier “Rückkehr zum normalen Schulbetrieb”