Björn Försterling: Statistische Tricks und resignierte Schulen – In der Bildungspolitik ist noch viel Luft nach oben

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, zieht eine wenig erfreuliche Bilanz der bisherigen Schulpolitik von Kultusminister Tonne. „Die Unterrichtsversorgung ist lediglich statistisch geschönt. Ohne die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung und den Rückgang der Schülerzahlen wäre der Wert erneut gesunken. Die Situation an den Schulen hat sich nicht wirklich verbessert, das erfahren Schüler, Lehrer und Eltern jeden Tag aufs Neue“, so Försterling. Dies belege auch die erneut extrem hohe Zahl an Abordnungen, die nötig seien, um an manchen Schulen den Unterricht überhaupt irgendwie aufrecht erhalten zu können. Försterling: „Auch zum neuen Schuljahr gibt es wieder erhebliche Unruhe an den Schulen, weil sich das Abordnungskarussel munter weiter dreht.“

Die angekündigten Entlastungsmaßnahmen für die Lehrkräfte seien längst überfällig, sie müssten jetzt aber schnell umgesetzt und nicht an Runden Tischen zerredet werden. Zudem gehen sie dem Bildungspolitiker nicht weit genug. „Das ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die versprochene, aber immer noch nicht umgesetzte Altersermäßigung für Lehrkräfte, die fehlenden Sonderpädagogen für die angemessene Umsetzung der Inklusion und der immer noch fehlende Stufenplan zur Besoldungserhöhung nach A13 sind die eigentlichen Herausforderungen, die der Kultusminister angehen müsste. An den Schulen macht sich keineswegs Erleichterung, sondern vielmehr Resignation breit. Für den Kultusminister haben wir deshalb heute nur eine gut gemeinte Vier minus. Da ist noch viel Luft nach oben“, so Försterling.

Hintergrund: Anlässlich des heute endenden Schulhalbjahres 2018/2019 hat Kultusminister Tonne (SPD) seine Bilanz und weitere Planung für die Schulpolitik vorgestellt.