Björn Försterling: Unterrichtsversorgung schlechter als prognostiziert – Schulnotstand droht

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, wirft dem Kultusminister angesichts der aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung Realitätsverweigerung vor. Zum Schuljahresbeginn habe der Minister noch prognostiziert, dass man 99,8 Prozent erreichen würde – mit einer Tendenz nach oben. Tatsächlich würden aber rund 200 Lehrkräfte fehlen, um überhaupt das Minimum an Schule leisten zu können, das den Schülern zustehe. „Von einem ‚Schritt nach vorn‘ zu sprechen, obwohl man deutlich hinter den selbstgesteckten Zielen zurückbleibt, grenzt an Realitätsverweigerung. Schüler und Eltern erleben nach wie vor massiven Unterrichtsausfall, Lehrer beklagen die hohe Belastung durch zu wenig Lehrkräfte“, so Försterling.

Abhilfe durch diese Landesregierung sei nicht in Sicht. Der Kultusminister mache lieber Werbekampagnen, als die Unterrichtsversorgung zu verbessern: A 13 für alle Lehrkräfte, Entlastung durch pädagogische Mitarbeiter und die Rückkehr zur Altersermäßigung seien die richtigen Mittel. „Woche für Woche fallen an den niedersächsischen Schulen immer noch fast 5000 Fehlstunden an. Hinzu kommen Ausfälle durch Krankheit oder auch die Teilnahme an Fortbildungen und Klassenfahrten. Von einer zufriedenstellenden Unterrichtsversorgung ist Niedersachsen daher immer noch weit entfernt“, erklärt Försterling weiter. Im kommenden Schuljahr werde sich die Situation nochmals deutlich verschärfen, da dann der erste dreizehnte Jahrgang an den Gymnasien starte. Försterling: „Um den Zusatzbedarf zu decken, sind 1250 weitere Vollzeitlehrereinheiten notwendig. Dafür wurde bisher keinerlei Vorsorge getroffen. Es droht ein Schulnotstand.“

Hintergrund: Kultusminister Tonne (SPD) stellte heute die aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung in Niedersachsen vor.