Christian Dürr und Björn Försterling: Kleinere Klassen, mehr Ganztagsschulen, bessere Beratung – FDP-Fraktion stellt Bildungskonzept vor

Hannover. Die FDP-Fraktion setzt in der Bildungspolitik in den kommenden Jahren auf kleinere Klassen, mehr Ganztagsschulen und eine bessere Beratung und Unterstützung für Schüler. Das geht aus dem Papier Neun Punkte für eine liberale Bildungspolitik hervor, das der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr und der FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling am Abend vorgestellt haben.

„Wir wollen, dass ab dem Schuljahr 2013/2014 in den weiterführenden Schulen nicht mehr als 28 Schüler in einer Klasse sitzen”, erklärte Dürr. „Mittelfristig stellen wir uns im Grundschulbereich eine Klassenobergrenze von 20 und bei den weiterführenden Schulen von 26 Schülern vor.” Ziel der FDP im Landtag sei es auch, die Ganztagsschulen in Niedersachsen weiter auszubauen. „Die Eltern fordern zu Recht Ganztagsplätze – dieser Forderung muss die Politik nachkommen. Dabei wünschen wir uns für die Eltern so viel Gestaltungsspielraum wie möglich. Wir plädieren dafür, dass in einer Schule Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam entscheiden können, ob eine gebundene, teilgebundene oder offene Ganztagsschule entstehen soll”, so der FDP-Fraktionsvorsitzende.

Mit dem Papier lege die FDP-Fraktion auch ein klares Bekenntnis für kleine Grundschulen und Schulleitungen ab, machte der bildungspolitische Sprecher Björn Försterling deutlich. „Während die SPD niedersachsenweit 600 Grundschulstandorte schließen will, wollen wir so viele Grundschulen wie möglich in der Fläche erhalten. Deshalb sehen unsere Pläne auch vor, Grundschulleitungen an kleinen Standorten genauso zu vergüten wie an größeren Grundschulen.” Dadurch könnten viele Schulleiterposten wieder besetzt werden.

Die beiden FDP-Politiker plädierten auch für mehr Beratung und Unterstützung für Schüler. „Deshalb wollen wir erreichen, dass bis zum Jahr 2018 jede weiterführende Schule in Niedersachsen mit einem Sozialberater ausgestattet wird”, sagte Dürr. Diese sollten fest und dauerhaft an der Schule beschäftigt werden und für die Sorgen und Nöte der Schüler jederzeit ansprechbar sein.

In dem Papier spricht sich die FDP-Fraktion desweiteren dafür aus

– mit dem Abi nach 12 und 13 Jahren mit Gymnasium und Oberschule zwei Wege zum Abitur zu erhalten
– durch Zielvereinbarungen mit den Universitäten den Fachlehrermangel zu beseitigen
– die Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft zu sichern
– den Lehrern durch weniger Erlasse mehr Freiheit zu ermöglichen
– mit einem Lehrplan 21 bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für Schüler und Lehrer in allen Bundesländern zu schaffen.