Christian Grascha: Diskussion über die Pferdesteuer ist weltfremd – Reiten ist Breitensport und kein Luxus

Hannover. Der FDP-Haushaltspolitiker Christian Grascha zeigt sich verwundert über die Aussagen des niedersächsischen Städtetages zur Einführung einer Pferdesteuer: „Hier wird der Eindruck erweckt, Reiter könnten ohne Probleme 750 Euro Pferdesteuer zahlen. Das ist weltfremd und hat mit der Wirklichkeit in Niedersachsen nicht viel zu tun.” Der niedersächsische Städtetag sehe eine gute Möglichkeit für zusätzliche Einnahmen durch die Pferdesteuer. Weiter heißt es: Die Pferdesteuer sei im Verhältnis zu den Unterhaltungskosten „im Rahmen”. Grascha hatte sich in der vergangenen Woche auf Einladung der Interessengemeinschaft Pferdesport der Stadt Oldenburg in einem Informationsgespräch mit Funktionsträgern und Trainern von der Bedeutung des Pferdesports vor allem für Kinder und Jugendliche überzeugt.
Gerade im Pferdeland Niedersachsen hätte die Einführung der Pferdesteuer massive Auswirkungen. „Es drohen nicht nur Arbeitsplatzverluste, sondern die vielen Sportangebote für Kinder und Jugendliche und auch das vielerorts angebotene therapeutische Reiten wären gefährdet”, befürchtet Grascha. Reiten sei schon lange ein Breitensport und kein Luxus-Hobby. Pferdesport sei deutlich mehr als Olympiareiten und teure Pferdeauktionen. Nur 10 Prozent aller Pferdesportler würden Turniere reiten.
Zum Hintergrund: In Niedersachsen würde der Pferdesport mit 190.000 wohl mit 142 Millionen Euro zusätzlich belastet. Bisher gibt es die Pferdesteuer in keinem Bundesland. Allerdings gibt es außer in Niedersachsen noch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Hessen die Diskussion. Der Städte- und Gemeindebund Hessen hat schon eine Mustersatzung mit 750 Euro pro Pferd und p.a. empfohlen.