Christian Grascha: Sparkassen sollen Vorstandsbezüge offenlegen – Niedersachsen muss bei Transparenzregeln gleichziehen

Eine Offenlegung von Vorstandsbezügen der niedersächsischen Sparkassen fordert der finanzpolitische Sprecher der FDP im Niedersächsischen Landtag, Christian Grascha: „Was in anderen Ländern Pflicht ist und sich bewährt hat, kann für Niedersachsen im Sinne einer stärkeren Transparenz für die Steuerzahler nicht verkehrt sein. Unter den Bundesländern haben Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein bereits entsprechende Regelungen.“ Es sei bei Aktiengesellschaften seit langer Zeit üblich, die Gehälter der Topmanager offenzulegen. Gerade der Staat dürfe hier der Privatwirtschaft nicht nachstehen, auch wenn das bedeute, dass neben Politikern und Hauptverwaltungsbeamten künftig auch Sparkassenchefs ihre Bezüge öffentlich rechtfertigen müssen.

„Damit sind auch die Verwaltungsräte stärker in der Pflicht. Auch sie müssen dann ihre Entscheidungen in der Öffentlichkeit rechtfertigen“, so Grascha, der betont, dass es dabei nicht um das Lostreten einer Neiddebatte gehe. „Die Bürgerinnen und Bürger als quasi Gesellschafter haben ein Anrecht darauf zu wissen, wer wieviel als Vorstand verdient“, so der Finanzexperte. Im Zweifelsfall sei es nämlich auch bei den Sparkassen der Staat, der mit dem Geld der Steuerzahler für deren Wirtschaftlichkeit hafte.

Hintergrund: Nach Recherchen des NDR legen nur 4 von 46 Sparkassen in Niedersachsen die Bezüge ihrer Vorstände in den Jahresabschlüssen 2015 offen. Entgegen vieler anderer Bundesländer schreibt die Landesregierung eine solche transparente Regelung in Niedersachsen nicht vor.