Christian Grascha: Weil muss sich für türkische Akademiker in Niedersachsen einsetzen

Hannover. Der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag, Christian Grascha, fordert von der Landesregierung mehr Einsatz für die Freiheit türkischer Akademiker in Niedersachsen: „Dass, wie immer, von der Wissenschaftsministerin auch zu diesem Thema kaum etwas zu hören ist, überrascht keineswegs. Umso mehr sollte sich jedoch der Ministerpräsident aus seinem Urlaub zu Wort melden“, so Grascha.

Es könne nicht angehen, dass Forscher in Niedersachsen Repressalien zu fürchten haben. „Ich erwarte hier mehr Einsatz. Schließlich gibt es konkrete Fälle, zum Beispiel an der Universität Göttingen, in denen Gastdozenten ihre Tätigkeit abbrechen, weil sie in die Türkei zurückkehren müssen oder ihnen dort die Ausreise verweigert wird“, so Grascha weiter. Wenn der Ministerpräsident diese Menschen vor Repressalien in der Türkei schützen will, muss er sich aktiv dafür einsetzen, dass sie – rechtssicher – länger in Deutschland bleiben können.

Hintergrund: Laut Berichten des Göttinger Tageblatts und des NDR sind auch in Niedersachsen türkische Akademiker vom Ausreiseverbot der türkischen Regierung betroffen. So müsse in dieser Woche ein türkischer Gastwissenschaftler die Universität Göttingen verlassen. Eine weitere Gastwissenschaftlerin der Universität und Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung wird momentan an der Ausreise aus der Türkei gehindert und muss daher ihre Forschungstätigkeit in Göttingen ebenfalls unterbrechen.