FDP-Fraktion für Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren – Kompromissvorschlag für mehr Entscheidungsfreiheit für Schüler

Hannover. Die FDP-Fraktion schlägt eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren vor. „Gesellschaftlich ist diese Entscheidung bereits gefallen. Jetzt geht es darum, wie es sich am besten konkret umsetzen lässt”, sagte FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr auf einer Pressekonferenz im Landtag.

Die FDP im Landtag hat dazu als Diskussionsbeitrag ein Modell vorgestellt, in dem die Schüler selbst entscheiden können, ob sie ihr Abitur nach acht oder neun Jahren machen wollen. Dürr meinte: „Wir müssen jetzt darüber sprechen, wie wir den Wechsel gestalten wollen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, so ein Modell als Möglichkeit zur Diskussion zu stellen. Ziel ist es dabei, die Schüler zu entlasten und ihnen gleichzeitig in der zehnten Klasse die Freiheit zu geben, zwischen zwei Möglichkeiten auszuwählen.”

 

 

Dem Vorschlag zufolge könnten Schüler dann nach der 10. Klasse entweder in zwei Jahren zum Abitur kommen oder im 11. Jahrgang in einer Grundlagenphase schon Erlerntes wiederholen, um sich für das Abitur fit zu machen. Der FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling sagt: „Es geht nicht um weniger Stunden, sondern um weniger Druck. Dazu wollen wir, dass die Schüler weniger Pflicht- und mehr Wahlmöglichkeiten erhalten und die Gymnasien weniger Zwang und mehr Freiheit.” Die FDP habe dazu eine Stundentafel mit konkreten Vorschlägen erarbeitet.

Försterling kritisierte, dass die Kultusministerin in Kaffeerunden noch über Grundsätze diskutiere. „Die Frage ist doch schon längst nicht mehr, ob es zurück zum Abitur nach neun Jahren geht. Es geht nur noch um die Frage nach dem Wie”, so der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Man brauche jetzt den Rat der Experten. Dieser Rat müsse allerdings bereits konkrete Pläne bei der Rückkehr zum G9 beinhalten und dürfe den Prozess nicht verzögern.

Unser Positionspapier Der liberale Weg zum Abitur