Försterling zum Abitur nach 13 Jahren: „Die Kultusministerin muss durch die geöffnete Tür jetzt auch hindurchgehen“

Hannover. Nach der Präsentation des Experten-Abschlussberichts zum Abitur nach 12 oder 13 Jahren sieht der FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling die Kultusministerin am Zug. „Sie hat sich viel zu lange hinter der Expertenrunde versteckt. Das ist mit dem heutigen Tag vorbei. Nun muss die Ministerin auch endlich durch die G9-Tür hindurchgehen, die sie angeblich schon so lange geöffnet hat.“

Tausende Eltern, die derzeit über die weiterführende Schule für ihre Kinder entscheiden müssten,  hätten lange auf die Kultusministerin gewartet. Es sei den Eltern gegenüber nur fair, dass sie nun endlich die nötigen Antworten bekämen. „Die Zeit des Redens ist vorbei – die Zeit des Handelns ist gekommen“, so Försterling. Heute habe es nach dem Dialogforum erst Ankündigungen der Ministerin gegeben.

 

“Will sich Rot-Grün eine Hintertür offen halten?”

 

Fraglich sei, weshalb man erst zum 1. August 2015 das Schulgesetz ändern wolle, dann aber für die 5. bis 7. Klassen. „Was ist der Grund dafür, mit den gesetzlichen Grundlagen bis zum nächsten Jahr zu warten?“ fragt sich Försterling. Man werde genau prüfen müssen, ob Rot-Grün sich damit eine Hintertür aufhalten wolle.

Enttäuschend sei, dass das Dialogforum das Abitur-Modell der FDP-Fraktion ohne Dialog verworfen habe. „Ich hätte mir zumindest ein Gespräch über unser Modell gewünscht“, so Försterling, „so bleibt die Frage offen, wie intensiv man sich mit dem Vorschlag auseinandergesetzt hat oder ob Vorschläge aus der Opposition schlicht nicht erwünscht gewesen sind.“

Das FDP-Modell sah vor, dass den Gymnasien bei der Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren keine Ressourcen entzogen werden. Sie sollten die Stunden behalten, um schwächere Schüler zu fördern und stärkere Schüler zum Abitur nach 12 Jahren zu bringen. „Wir wollten ein Abitur im Schüler-Takt. Vielleicht war es für SPD und Grüne, die gern in Strukturen denken, zu flexibel und modern”, meint Försterling.