Gabriela König: Landesregierung muss im Fall Homann aktive Moderatorenrolle übernehmen – FDP-Fraktion verlangt in Anfrage Aufklärung der Geschehnisse

Hannover. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag, Gabriele König, verlangt seitens der Landesregierung mehr Engagement im Fall Homann und für die niedersächsische Ernährungswirtschaft insgesamt. „Es reicht nicht aus, dass der Wirtschaftsminister sich mit den Homann-Mitarbeitern solidarisch erklärt und pressewirksam an einer gemeinsamen Demonstration teilnimmt. Erst nichts mitzubekommen und sich dann einfach nur zu ärgern, ist zu wenig. Standortabwanderungen solchen Ausmaßes müssen viel eher auf dem politischen Radar wahrgenommen werden“ so König. Zudem sei der Standort Dissen in vielerlei Hinsicht jahrelang von der Politik vernachlässigt worden. Zuletzt habe die Landesregierung das Krankenhaus vor Ort geschlossen und den Ort so noch unattraktiver für die Menschen vor Ort, aber eben auch für Unternehmen gemacht.

Die Landesregierung müsse jetzt endlich deutlich mehr Engagement zeigen. „Homann darf nicht zum Spielball undurchsichtiger Unternehmensentscheidungen werden. Die Regeln der Sozialen Marktwirtschaft sind von allen Seiten einzuhalten. Die Landesregierung muss jetzt aktiv die Rolle des Moderators übernehmen und darf nicht weiter am Katzentisch verharren. Sie sollte zudem die Vorzüge Niedersachsens für die Ernährungswirtschaft wieder klar benennen und bearbeiten und verhindern, dass zukünftig weitere Marktführer das Land verlassen“, so König weiter. Die FDP-Fraktion habe eine umfassende Parlamentarische Anfrage gestellt, um die Rolle der Landesregierung im Fall Homann und die Relevanz, die sie der Ernährungswirtschaft in Niedersachsen heute und zukünftig beimisst, zu beleuchten.

Hintergrund: Medienberichten zufolge wird der Feinkosthersteller Homann seinen Standort im niedersächsischen Dissen aufgeben und nach Sachsen umziehen. Rund 1500 Menschen würden dadurch ihre Arbeitsstelle verlieren. Die Niedersächsische Landesregierung wurde nach eigenen Angaben von diesen Plänen überrascht.