Gero Hocker: Deutschland braucht nicht mehr Windräder, sondern mehr Speicher und Transportmöglichkeiten

Hannover. Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Gero Hocker, hat seine Kritik an der Ausgestaltung der Energiewende erneuert. Der kürzlich erfolgte Besuch des Umweltausschusses des niedersächsischen Landtags im Landkreis Aurich habe deutlich gezeigt, dass die Entwicklung in eine völlig falsche Richtung gehe. „Dort wird bereits heute fünf Mal so viel Strom aus Onshore-Windkraft erzeugt, wie er nach den Plänen der Landesregierung erst in 34 Jahren erzeugt werden müsste. Das zeigt einmal mehr: Deutschland braucht keine zusätzlichen hochsubventionierten Windräder, Deutschland braucht Speicher und Transportmöglichkeiten“, sagte Hocker am Mittwoch im Landtag.

Der FDP-Abgeordnete kritisierte insbesondere den „Filz“, der vor Ort für einen ungezügelten Ausbau führe und Menschen nicht schlafen lasse. „Der Landkreis Aurich ist über verschiedene Gesellschaften gleichzeitig Betreiber von Windkraftanlagen und genehmigende Behörde. Er profitiert unmittelbar finanziell davon, dass er möglichst viele Anlagen genehmigt“, kritisierte er. Teilweise würden Windparks erweitert, ohne dass Umweltverträglichkeitsprüfungen angefertigt werden. „Kommen Sie endlich ihrer Verantwortung als oberste Aufsicht für unsere Landkreise nach und schieben Sie solchen Praktiken einen Riegel vor“, forderte Hocker von Innenminister Boris Pistorius. Vor einem solchen Hintergrund sei es nahezu fahrlässig mit dem von Rot-Grün verabschiedeten Windkrafterlass noch mehr Windräder zu bauen und den Abstand zur Wohnbebauung weiter zu reduzieren. Hocker: „Streichen Sie diesen Windkrafterlass endlich ersatzlos.“

Hintergrund: Im Landtag wurde am heutigen Mittwoch erneut über den umstrittenen Windenergieerlass diskutiert. Die FDP-Fraktion fordert diesen zurückzunehmen. Der Umweltausschuss des Landtags traf sich kürzlich mit Bürgerinitiativen gegen den weiteren Windkraftausbau in Aurich.