Gero Hocker: Lebensmittelknappheit und Biosprit – Öko-Regulierung ist moralisch gescheitert

Hannover. Der FDP-Umweltpolitiker Gero Hocker plädiert dafür, den Kraftstoff E10 an deutschen Tankstellen endgültig abzuschaffen. „Wir haben schon bei der Einführung auf die Probleme des Kraftstoffs hingewiesen. In den vergangenen anderthalb Jahren haben die Verbraucher deutlich mit den Autoreifen abgestimmt: Sie wollen den Kraftstoff nicht”, sagt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion. „Gerade in Niedersachsen wissen wir, wie die zunehmende Vermaisung unsere Landschaft verändert. Mais-Monokulturen und die Überdüngung der Böden führen auch zu schweren Umweltproblemen. Die Nitratbelastung des Grundwassers ist vielerorts schon bedenklich hoch. Das zeigt: Wohlmeinende staatliche Eingriffe in die Landwirtschaft verursachen schwere Schäden. Verbraucher und Landwirte sollten entscheiden, welches Getreide wo angebaut wird und wofür verwendet wird,” ist Hocker überzeugt.

Die aktuelle Dürreperiode und die daraus resultierende Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern mache den E10-Irrsinn besonders deutlich. „In anderen Ländern fehlen Nahrungsmittel, um die Menschen satt zu machen und bei uns fließen sie in den Tank,” so der FDP-Umweltexperte. Der staatliche Biosprit-Zwang zeige deutlich, wie schädlich gutgemeinte Öko-Regulierung sein kann. Hocker: „Der erhobene moralische Zeigefinger der Öko-Bewegung zeigt mehr als deutlich in die andere Richtung. Öko-Fundamentalismus darf nicht wichtiger sein als die Versorgung mit Lebensmitteln!”