Gero Hocker: Niedersachsen braucht dringend ein vernünftiges Wolfsmanagement – Abschuss verhaltensauffälliger Tiere reicht nicht

Hannover. Die FDP-Fraktion fordert endlich ein vernünftiges Wolfsmanagement für Niedersachsen. Die Antwort auf eine Große Anfrage seiner Fraktion zeige, dass die Landesregierung die Brisanz des Themas immer noch nicht erkannt habe, sagte der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Gero Hocker. „Über kurz oder lang wird man nicht daran vorbei kommen, Quoten festzulegen, wie viele Tiere erträglich sind für Menschen sowie für Flora und Fauna. Wir brauchen mehr als den Abschuss verhaltensauffälliger Tiere, um die Wolfspopulation dauerhaft zu managen“, so der FDP-Abgeordnete.

Hocker forderte endlich eine auf ganz Niedersachsen ausgedehnte Förderkulisse. Bislang sei es eher Zufall, ob ein Schafzüchter Zuschüsse für Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bekommt oder nicht. „Manche leben halt dummerweise im falschen Landkreis.“ Er kritisierte, dass die Landesregierung ansonsten von den Tierhaltern erwarte, Schutzmaßnahmen aus eigener Tasche zu finanzieren. „„Dabei wird vergessen, dass die Schafzüchter als Selbstständige das volle unternehmerische Risiko tragen und trotzdem kaum mehr verdienen als 4 Euro pro Stunde.“ Letztendlich müsse es künftig auch mehr Klarheit darüber geben, ob es sich bei den in Niedersachsen angesiedelten Wölfen um reinrassige Canis Lupus Lupus handle oder um Hybriden, also Kreuzungen zwischen Hund und Wolf. „Die Indizien sprechen sehr wohl dafür, dass wir es in Niedersachsen mit großer Zahl mit Hybriden zu tun haben.“ Das habe durchaus Konsequenzen auch für den künftigen Umgang mit der Population.

Hintergrund: Im Landtag wurden heute die Antworten der Landesregierung auf eine Große Anfrage der FDP-Fraktion zum Wolfsmanagement in Niedersachsen diskutiert.