Gero Hocker zur Endlagerdebatte: „Der Ministerpräsident führt die Öffentlichkeit an der Nase herum“

Hannover. In der Endlager-Debatte wirft der FDP-Umweltpolitiker Gero Hocker dem Ministerpräsidenten vor, ein falsches Spiel zu spielen. „Im April lässt er sich im Landtag für den Kompromiss loben, im Mai stellt er ihn im Bundestag in Frage. Das ist kein ehrlicher Umgang mit den Menschen im Wendland”, kritisiert Hocker. „Der Ministerpräsident führt die Öffentlichkeit an der Nase herum.”

Hocker bedauert, dass die Endlagerfrage schon wieder durch Wahlkampftaktik bestimmt werde. „In Niedersachsen ist der Wahlkampf aus den rot-grünen Köpfen noch nicht heraus, in Berlin formiert er sich gerade. Dadurch erscheinen Positionen zu diesem Thema aber willkürlich. Herr Weil zerstört mit diesem taktischen Verhalten Vertrauen in die Politik, die Endlagerfrage transparent und ehrlich lösen zu können”, sagt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion.

Noch rolle der Castor nicht, meint Hocker. Aber SPD und Grüne hätten dennoch mit dem Transport des Themas bereits begonnen – und zwar in die demnächst Wahlkampf führenden Länder Bayern und Hessen. „Statt das Thema zu missbrauchen, wäre es am Ministerpräsidenten und am Landesumweltminister, in der noch ungelösten Transportfrage selbst aktiv zu werden und mit Vertretern anderer Länder und den Energieversorgern zu sprechen. Wer die Hände in den Schoß legt und sie nur kurz anhebt, um mit dem Finger auf andere zu zeigen, erreicht gar nichts”, so Hocker.