Hermann Grupe: Der Wolf muss ins Jagdrecht, die Nutria muss raus – FDP legt eigenen Jagdgesetz-Entwurf und Antrag zum Schutz der Schäferei vor

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, fordert umfassende Änderungen am neuen niedersächsischen Jagdgesetz. Ein zentraler Punkt dabei sei die Bekämpfung der Biberratte, auch Nutria genannt, die sich in den vergangenen Jahren massiv vermehrt habe und insbesondere die Deichsicherheit gefährde. „Wir müssen sicherstellen, dass die Nutria wirkungsvoll bejagt und möglichst ausgerottet wird. Das Jagdrecht verbietet allerdings die Bejagung durch spezialisierte Biberrattenjäger. Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, dass die Biberratten aus dem Jagdrecht raus und ins Schädlingsbekämpfungsrecht aufgenommen werden müssen“, so Grupe. Der Vorschlag der Großen Koalition, Biberrattenjäger zukünftig den Jagdschein machen zu lassen, sei absurd.

Anders verhalte es sich mit dem Wolf. CDU und SPD hätten in ihrem Koalitionsvertrag unmissverständlich vereinbart, den Wolf nach Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes vom Naturschutzrecht ins Jagdrecht zu überführen. Laut einer wissenschaftlichen Ausarbeitung der CDU-Landtagsfraktion aus dem April dieses Jahres sei dieser mittlerweile erreicht. „Die Lippenbekenntnisse reißen nicht ab, ihnen müssen aber auch endlich Taten folgen“, forderte Grupe weiter. Ein großes Anliegen sei ihm in diesem Zusammenhang auch der Schutz der Schäferei in Niedersachsen. „Die Schäferei ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Kulturgut. Schäfer pflegen unsere Kulturlandschaft und sind mit ihren Schafen im Dienste der Deichsicherheit und damit der Sicherheit von hunderttausenden Menschen. Sie leiden in besonderem Maße an den zahlreichen Wolfsrissen. Wir brauchen deshalb eine effektive Regulierung der Wolfsbestände und wolfsfreie Zonen“, erklärt Grupe weiter.

Hintergrund: Der Niedersächsische Landtag debattierte heute über den Jagdgesetz-Entwurf der FDP-Fraktion sowie über deren Antrag „Wolfspopulation regulieren – Kulturgut Schäferei erhalten!“.