Hermann Grupe: Düngeverordnung entschlacken – Gewässerschutz verbessern

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, fordert eine Überarbeitung der Düngeverordnung, um eine Absenkung der Nitratwerte im Grundwasser zu erreichen. „Die Düngeverordnung ist in ihrer aktuellen Form teilweise kontraproduktiv, wenn es um die Senkung der Nitratbelastung geht. Der Bürokratie- und Kontrollwust, der mit der Verordnung einher geht, macht es für die Regionen, die selbst keine oder wenig organischen Dünger produzieren absolut unattraktiv, Gülle aus den Überschussregionen aufzunehmen. Wir könnten ohne diese Hürden schon viel weiter sein“, so Grupe. Es gehe in Niedersachsen vor allem darum, die vorhandene organischer Dünger besser zu verteilen.

Der FDP-Agrarexperte kritisiert zudem die Datenbasis, auf der das Urteil basiert. „Dem Urteil liegen Werte aus einem Belastungsmessnetz zugrunde. Das Urteil des EuGH beurteilt den Stand 2012 und die damals geltende Düngegesetzgebung. Die EU wird 2020 erneut messen. Unser Ziel ist es, die Grenzwerte bis dahin einzuhalten, dafür muss die Aufnahme der wertvollen organischen Nährstoffe in den aufnehmenden Gebieten attraktiver werden. Darüber hinaus muss eine umfassende Forschungsinitiative zur Gewässerreinhaltung, die alle beteiligten Faktoren berücksichtigt und zu praktikablen und vor allem auch effektiven Maßnahmen führt, auf den Weg gebracht werden“, erklärt Grupe weiter. Ziel müsse es sein, Mist und Gülle als wertvollen Wirtschaftsdünger zu erhalten und gleichzeitig erstklassigen Gewässerschutz zu garantieren.

Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland verurteilt, nicht genug gegen die hohe Nitratbelastung in seinen Gewässern unternommen zu haben.