Hermann Grupe: Groko lässt Landwirte mit Düngeproblem in Stich – Moderne Technik und Lager wichtig zur Lösung der Probleme

Hannover. Bei der Problematik rund um Gülle und Trinkwasserqualität lässt die Große Koalition in Niedersachsen nach Ansicht der FDP die Landwirte im Stich. „Die Lösung der Probleme ist doch klar. Wir brauchen den Einsatz moderner Technik, um Düngemengen exakter auf den Feldern ausbringen zu können. Und: in den Aufnahmegebieten gibt es derzeit nicht genug Lagerkapazitäten. Das muss dringend geändert werden“, sagte der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe. Für Düngelager und die Digitalisierung in der Landwirtschaft habe seine Fraktion im Nachtragshaushalt deshalb jeweils zehn Millionen Euro bereitgestellt. „Beides ist jedoch von CDU und SPD abgelehnt worden“, so Grupe. Gleichzeitig würden aber mit der Düngeverordnung den Landwirten zum Teil völlig sinnlose bürokratische Auflagen gemacht. Insbesondere viele kleinere Betriebe würden damit direkt in die Aufgabe der Tierhaltung getrieben.  „Die Große Koalition lässt die Landwirte im Stich, statt ihnen bei der Problemlösung zu helfen“, urteilt der FDP-Politiker.

Grupe forderte alle Beteiligten auf, gemeinsam an einer gezielten Problemlösung zu arbeiten, statt mit Falschaussagen und Beschuldigungen zu agieren. So sei etwa die Behauptung der Wasserverbände, dass 60 Prozent des Grundwassers in Niedersachsen überdüngt sei, schlicht unrichtig. „Das ist eine Falschdarstellung. Tatsächlich sind 18 Prozent der Brunnen in Niedersachsen betroffen. Das heißt auch, dass 82 Prozent ‚im grünen Bereich‘ sind“, sagt der FDP-Politiker und betont: „Wir müssen gezielt dort aktiv werden, wo die Werte überschritten sind. Unsere Vorschläge zur Lösung der Probleme liegen auf dem Tisch.“

Hintergrund: Im Agrarausschuss des Landtags haben sich Vertreter der Wasserverbände für eine Verschärfung des Gülle-Einsatzes für Landwirte ausgesprochen und dabei auch Bezug darauf genommen, dass angeblich auf 60 Prozent der Nutzfläche der Nitrat-Wert pro Liter Grundwasser die 50 Milligramm-Marke überschreitet. Das Landvolk beklagte gleichzeitig den hohen bürokratischen Aufwand durch die Düngeverordnung.