Hermann Grupe: Höchste Zeit für Sachverstand statt Ideologie – Bundesregierung muss sich für Zulassung von Glyphosat einsetzen

Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, fordert die Bundesregierung angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Risikobewertungen auf, sich für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat als Pflanzenschutzmittel einzusetzen. „Alle aktuellen Untersuchungen stufen Glyphosat eindeutig als ungefährlich für den Menschen ein. Die Angstmacherei der vergangenen Monate ist also endgültig als unsachliche, rein ideologische Debatte enttarnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ja von Haus aus Wissenschaftlerin ist, muss jetzt beweisen, dass diese Regierung überhaupt noch an einer sachlichen Entscheidung interessiert ist. Und die kann nur sein, sich für die Wiederzulassung von Glyphosat einzusetzen“, erklärt Grupe.

Glyphosat sei bei sachgemäßer Anwendung nicht nur ungefährlich, sondern habe auch eine positive Umweltwirkung. „Mulchsaat zum Erosionsschutz beziehungsweise bodenschonende Bearbeitung der Äcker ist durch den Einsatz dieses Wirkstoffes überhaupt erst möglich geworden. Diese Vorteile werden in der aktuellen Diskussion bislang völlig ausgeblendet. Es muss endlich zu einer wissensbasierten Entscheidung kommen“, fordert Grupe. Die gegenseitige Blockade von Union und SPD in einer in der Fachwelt unumstrittenen Sachfrage schade der deutschen Landwirtschaft nachhaltig. Grupe: „Die in Jahrzehnten erreichten Fortschritte im Boden- und Erosionsschutz würden durch die Handlungsunfähigkeit einer zerstrittenen Bundesregierung in Frage gestellt“. Es könne nicht sein, dass man der ideologiebasierten Politik der Grünen nacheifere, weil man angesichts der aktuellen Umfragewerte Panik bekomme.

Hintergrund: Insbesondere seit der Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Agentur der WHO, gab es eine kontroverse öffentliche Diskussion über diesen Wirkstoff. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde im Verfahren der Neubewertung mit der Bewertung des gesundheitlichen Risikos des Wirkstoffes beauftragt und hält Glyphosat unter den in der EU gegebenen Anwendungsbestimmungen in der Landwirtschaft für nicht gefährlich für den Menschen. Das bestätigt auch ein neues Gutachtes des Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), ein Fachgremium, an dem die WHO ebenfalls beteiligt ist. Dieses Gutachten hat im Gegensatz zur IARC-Studie eine Risikobewertung der Glyphosatanwendung vorgenommen.