HOCHSCHULBETRIEB IN DER CORONA-ZEIT ERMÖGLICHEN

POSITIONEN DER FDP-LANDTAGSFRAKTION ZUM BETRIEB DER HOCHSCHULEN

An den Hochschulen in Niedersachsen haben sich durch die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus unterschiedliche Probleme aufgebaut.
Um einen Lehrbetrieb zu gewährleisten, bieten die Hochschulen einen großen Teil der Veranstaltungen im laufenden Sommersemester digital an. Da aber weder die Lehrenden noch die IT-Systeme der Hochschulen darauf in diesem Maße vorbereitet waren, brauchen die Hochschulen hierbei Unterstützung des Landes.
Viele Lehrformate können jetzt schrittweise wieder in Präsenzform durchgeführt werden – Labore,Werkstätten, Ateliers und Bibliotheken mit Auflagen geöffnet werden.
Für viele Studenten ist der Lebensunterhalt durch Jobs und Unterstützung der Eltern in Frage gestellt – flexible Lösungen sind gesucht, auch was den Verlauf des Studiums angeht.
Durch die Corona-Krise wird an vielen Stellen offensichtlich, dass das Studium viel zu oft noch ausschließlich als Präsenzveranstaltung in vollen Hörsälen gedacht wird. Die Landesregierung muss jetzt handeln, um den Hochschulen die Chance zu geben, sich in der Lehre digital und zukunftsfähig aufzustellen und den Studienfortschritt tausender junger Menschen in Niedersachsen nicht durch die Pandemie zu gefährden.

1) Digitales Studium unterstützen:

  • Unterstützung der Hochschulen beim Ausbau ihrer digitalen Lehrangebote :
    • Aufbau sowohl lokaler Datennetze als auch des Landeswissenschaftsnetzes
    • Aufbau belastbarerer Speicher- und Serverinfrastrukturen, um das Speichern und Bereitstellen von aufgezeichneten Lehrveranstaltungen  sicher zu ermöglichen
    • Ausstattung mit geeigneter Kameratechnik zum Aufzeichnen der Vorlesungen und anderer Veranstaltungen  
    • Software und Lizenzen für Veranstaltungsaufzeichnungen und Videokonferenzsysteme sowie für Autorensyssteme zur Erstellung von Lehr- und Lernsoftware
    • Kapazitäten für die Anpassung der Lern- und Contentmamangementsysteme der Hochschulen
    • Unterstützung bei der Sicherstellung der Informationssicherheit und Schutz vor Cyberangriffen
    • Anrechnungsmöglichkeiten von Arbeitsaufwand für die Erstellung digitaler Lehre unkompliziert ermöglichen
  • Empfehlungen für die rechtssichere Durchführung von unterschiedlichen Prüfungsformaten.
  • Unterstützung beim Aufbau einer stärker digital basierten Verwaltung (digitales Dokumentenmanagementsystem, elektronische Rechnungsverarbeitung und Bereitstellung zentraler Verwaltungssysteme für die Nutzung auch im Homeoffice)

2) Wiederaufnahme der Präsenzlehre ermöglichen:

  • Handreichungen für die Hochschulen mit Empfehlungen zur Inbetriebnahmen der Räume, Bibliotheken, Labore, Ateliers undWerkstätten zurWiederaufnahme von Präsenzveranstaltungen (Raumgrößen, Abstände, Hygienische Anforderungen) – die Entscheidung bleibt in der Selbstverwaltung der Hochschulen, aber Empfehlungen können eine größer Sicherheit und Vergleichbarkeit der Regelungen bewirken
  • Die Hochschulen zu unterstützen, Fristverlängerungen vornehmen zu können, evtl. damit verbundene Vertragsverlängerungen (Promotionsverfahren, TenureTrack-Verträge…) und für größere Flexibilität bei der Durchführung von Staatsexamina zu sorgen.

3) Studierende unterstützen:

  • Unterstützung der Studentenwerke bei der Beratung der Studenten/-innen bei der Suche nach Jobangeboten, um die weggefallenen Jobs besonders in Gastronomie und Handel zu ersetzen
  • In Zusammenarbeit mit den Studentenwerken Erstellung eines Zeitplanes und eines Öffnungskonzeptes für die Mensen und alle weiteren Angebote
  • Das Sommersemester bei ausfallenden Prüfungen und Praxisteilen nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen – und die Hochschulen entsprechend der dann gestiegenen Studiendauer auch auszustatten

AUF BUNDESEBENE SOLL SICH DIE LANDESREGIERUNG DAFÜR
EINSETZEN, DASS

  • für alle Studieren der Zugang zu einem elternunabhängigen BaföG gewährt wird – übergangsweise eine schlanke Neuberechnung der BAföG-Ansprüche ohne aufwendige Vermögensprüfung sowie Aufstockung der Mitarbeiter in den BaföG-Ämtern für Studierende ein Notfallfond eingerichtet wird, denen jetzt z.B. durch denWegfall von Beschäftigungsverhältnissen in der Krise ein Großteil des Lebensunterhaltes weggebrochen ist.
  • für ausländische Studierende ein Notfallfond aus Mitteln des DAAD eingerichtet wird, damit diese ihr Studium
    erfolgreich weiterführen können.

Das Positionspapier zum Download finden Sie hier: