Inklusion ist keine Pflicht – Eltern die Freiheit nicht nehmen

Schulleiter der elf Integrierten Gesamtschulen in Hannover haben einen Brandbrief geschrieben. Sie fühlen sich bei der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf allein gelassen – vor allem von den Gymnasien. Zur Diskussion stellten sie Zahlen und Fakten. So sind nach Angaben der Schulen unter den 14.938 an Gymnasien unterrichteten Schülerinnen und Schülern nur 33 mit Förderbedarf im Bereich Lernen oder Geistige Entwicklung. Unter den 10.953 Schülerinnen und Schülern der Integrierten Gesamtschulen (IGS) sind es 654.

Die FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen nutzte daher die vergangene Plenarwoche für eine Aktuelle Stunde. “Scheitert die Inklusion”, fragte der bildungspolitische Sprecher der Freien Demokraten, Björn Försterling und forderte eine vernünftige Betrachtung der Inklusion. „Das Recht auf Inklusion ist keine Pflicht zur Inklusion“, stellte er in seiner Rede klar und plädierte dafür, den Eltern die Freiheit, selbst entscheiden zu können, welche Schulform für ihre Kinder die beste sei, nicht zu nehmen. „Es bleibt dabei: Für manche Kinder ist die Betreuung in einer Förderschule der bessere Weg, als in einer inklusiven Schulklasse.“ Försterling erklärte, dass die FDP-Fraktion den Konsens zu inklusiven Schulformen nicht in Frage stelle.

Der Bildungsexperte machte deutlich, dass die Akzeptanz von inklusiven Schulformen bei den Eltern nur gesteigert werden könne, wenn die Politik ihre Hausaufgaben mache. „So lange wir die Probleme nicht lösen können, müssen wir den Mangel bestmöglich gestalten“, so Försterling. Dazu gehöre es unter anderem, an den Schulen mehr multiprofessionelle Teams zu installieren, die als Fachkräfte die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen. Zudem müssten die Fortbildungsmöglichkeiten zu Sonderpädagogik schnellstmöglich wieder eingeführt werden.