Marco Genthe: KTI-Schließung wäre vermeidbar gewesen – Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter und verzögerte Ermittlungen sind die Folge

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Marco Genthe, äußert sich erschrocken über die im Innenministerium offenbar lange bekannten baulich-technischen Mängel in den Laboren des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) in Hannover: “Bereits vor der Kontrolle durch die Gewerbeaufsicht musste unter anderem in den Bereichen, die mit Betäubungsmitteln und Giftstoffen arbeiten, improvisiert werden, um den Ausfall von Anlagen auszugleichen. Die Probleme sind nicht neu, sie wurden ignoriert, bis die Gewerbeaufsicht keine andere Möglichkeit mehr gesehen hat, als das Labor zu schließen. Mitarbeiter wurden demnach monatelang bewusst in eine Arbeitsumgebung geschickt, die gesundheitsschädlich ist.”

Bereits vor der Schließung gab es offenbar Beschwerden seitens der Justizbehörden über lange Bearbeitungszeiten. Das Problem wird mit der Schließung des Labors nicht besser, ist sich Genthe sicher: “Nun müssen wir damit rechnen, dass noch mehr Analysen auf der langen Bank landen. Potentiell gefährliche Straftäter bleiben unter Umständen auf freiem Fuß und können weitere Menschen gefährden.” Für ihn ist unklar, wie es soweit kommen konnte: “Der bauliche Zustand der Labore ist bereits seit Jahren in der Kritik, insbesondere durch die FDP-Fraktion. Ich bin irritiert, dass Minister Pistorius von den Mängeln im KTI erst durch die Kontrolle der Gewerbeaufsicht erfahren haben will. Es wäre seine Aufgabe gewesen, rechtzeitig gegenzusteuern, um diese drastische Behinderung der Polizeiarbeit unter allen Umständen zu verhindern.”

Hintergrund: Laut der Antworten der Landesregierung auf mehrere kleine Anfragen der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag waren die Probleme im Kriminaltechnischen Institut (KTI) bereits seit langem bekannt.