Mehr schwules Blut für Niedersachsen

Mehr schwules Blut für Niedersachsen

Schwule oder Transsexuelle müssen ein Jahr lang sexuell abstinent gelebt haben, um Blut spenden zu dürfen. Die Fraktion der Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag will diese diskriminierende Regelung abschaffen und hat dazu eine parlamentarische Initiative auf den Weg gebracht. 

In der vergangenen Woche brachte die Fraktion der Freien Demokraten einen Entschließungsantrag in den Landtag ein, der das Blutspendeverbot für schwule und transsexuelle Menschen abschaffen soll. Ein pauschaler Ausschluss von Schwulen und transgeschlechtlichen Menschen stelle eine unhaltbare Diskriminierung ohne medizinische Notwendigkeit dar und verschärfe den Mangel an lebensrettenden Blutspenden, begründet Sylvia Bruns, sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, den Vorstoß. 

Nach derzeitigem Stand dürfen Personen mit sogenanntem sexuellen Risikoverhalten nur unter bestimmten Bedingungen Blut spenden: und zwar, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex hatten. Für Bruns eine absolut weltfremde Regelung: „Jeder heterosexuelle Mensch kann sich ja einmal hinterfragen, wann er oder sie zum letzten Mal sexuell aktiv war.“ Die im November 2017 durch die Bundesärztekammer geänderte Richtlinie sieht vor, Personen mit sexuellem Risikoverhalten, zu denen laut dieser Richtlinie auch Männer, die mit Männern Sex haben, und Transsexuelle gehören, seien für zwölf Monate von der Spende ausgeschlossen. Auch männliche und weibliche Prostituierte und heterosexuelle Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sind von der Regelung betroffen. Diese Personen gehörten laut Richtlinie zu einer besonders risikobehafteten Bevölkerungsgruppe. Die Angaben über die sexuelle Aktivität werden vor einer Blutspende per Fragebogen erhoben. 

Die FDP-Fraktion will nun auf eine einheitliche Regelung setzen. In Zukunft dürfe die medizinische Beurteilung zur sicheren Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen nicht mehr von der sexuellen oder geschlechtlichen Identität abhängig gemacht werden. Für alle Personengruppen solle es auch nur eine einheitliche zeitliche Abfrage geben.  „Auch schwules Blut rettet Leben“, sagt Bruns und setzt auf die Anwendung der besten Verfahren um das Risiko bei einer Blutspende zu minimieren. 

Der Antrag zum Download.