Mehr Wohnungen für Studierende

Das neue Semester hat bereits begonnen. Und wie in vielen Jahren zuvor sind tausende Studierende jedoch immer noch auf der Suche nach einer Wohnung, oftmals der ersten eigenen Wohnung. Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist für die Studierenden schwierig, sind sie doch bei Vermietern nicht unbedingt als zahlungskräftig eingestuft. Gerade in Großstädten ist die Wohnungssituation besonders angespannt. Ein großes Problem für die Studierenden ist, dass der BaföG-Ansatz gemessen an den real zu zahlenden Mieten viel zu niedrig eingestuft ist. Andere müssen durch die Eltern finanziell unterstützt werden. So wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zunehmend eine echte soziale Herausforderung.

Die Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag wollen daher mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um zusätzlichen studentischen Wohnraum zu schaffen. “Wir wollen nicht nur den Neubau von Wohnungen fördern, sondern auch Sanierungen bestehender Wohnungen für Studierende möglich machen”, erklärt die wohnungsbaupolitische Sprecherin der Fraktion, Susanne Schütz. Dass derzeit Sanierungen finanziell nicht gefördert werden, hält Schütz für falsch. “Viele Wohnungen, auch die der Studentenwerke, sind in einem Zustand, dass es mit einem Eimer Farbe bei weitem nicht mehr getan ist. Wohnraum muss auch am Markt gehalten werden”.

“Wir wollen eine größere Flexibilität für die Studierenden”

Auch Vereinfachungen bei der Planung und dem Bau neuer Wohnheime für Studierende sind zentrale Forderungen. So schlagen die Freien Demokraten vor, bei Neubauten auf die obligatorischen Stellplätze für PKW zu verzichten. Gleichzeitig soll studentisches Wohnen auch in hierfür geeigneten Gewerbegebieten ermöglicht werden. Der Ansatz ist klar: Gebiete, in denen es eine funktionierende Infrastruktur gibt, die in Uni-Nähe gelegen sind und durch den ÖPNV angebunden sind, böten ideale Voraussetzungen. Diese Gebiete sollen durch die Gemeinden auch für studentisches Wohnen zugelassen werden.

Zudem soll die Möglichkeit, Wohnungen in Sozialbindung zu erhalten, organisatorisch vereinfacht werden. Zwar stünden den Studierenden die sogenannten Wohnberechtigungsbescheinigungen in den meisten Fällen zu. Diese würden aber erst erteilt, sobald der BaföG-Bescheid vorliegt. Das sei viel zu oft erst lange nach Beginn des Studiums der Fall. “Wir wollen hier den Studierenden eine größere Flexibilität geben, ihren Bescheid in einer gewissen Frist nachreichen zu können, um ihren Anspruch nachzuweisen”, fordert Schütz. So wäre ein Studium unabhängig vom Wohnort der Eltern schneller möglich.

Zudem brauche es dringend ein Konzept zur Internationalisierung, um auch Studierenden aus dem In- und aus dem Ausland die Chancen auf eine Unterkunft zu erleichtern. Eine Forderung, die seitens der Politik bisher immer an die Hochschulen gerichtet wird. “Die Landesregierung gibt hier die Verantwortung an die Hochschulen ab und verweist auf Einzelinitiativen der Studentenwerke. Das macht die Wohnungssuche für die Studierenden aus dem Ausland aber nicht leichter”, so Schütz.