Niedersachsen braucht wolfsfreie Gebiete

Die vergangene Plenarwoche im Dezember wurde gleich zu ihrem Beginn von Protesten begleitet. Vor dem Niedersächsischen Landtag kamen Weidetierhalter zusammen, die ihrer Forderung nach einer sogenannten Schutzjagd auf Wölfe in Niedersachsen Nachdruck verschaffen wollten.

Die Antwort des Umweltministers darauf war mehr Resignation als Aktion: „Wir können nicht das ganze Land einzäunen“, entgegnete Olaf Lies. Dem hielt der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe entgegen: „Wir brauchen dringend wolfsfreie Zonen. Sorgen Sie dafür, dass wir an Deichen, in der Nähe menschlicher Siedlungen, bei Waldkindergärten wolfsfreie Zonen durchsetzen können!“

Grupe warf Lies erneut vor, das Wolfsproblem nicht in den Griff zu bekommen. „Sie haben jetzt über ein Jahr bewiesen, dass sie es nicht können“, so Grupe in der Debatte im Plenum. Die Prognose seiner Fraktion sei eingetroffen. Geholfen habe der rhetorische Aktionismus des Ministers niemandem. „Die Wölfe vermehren sich munter weiter. Die Übergriffe auf Weidetiere nehmen zu. Sie lassen die Menschen völlig im Stich.“

Angekündigt habe Lies in der Vergangenheit auch immer wieder, die von den Freien Demokraten in die Diskussion eingebrachte Wolfsverordnung endlich umzusetzen. „Sie haben gesagt, sie würden auch an einer entsprechenden Verordnung arbeiten. Und was müssen wir im Ausschuss hören? Es wird keine geben. Jetzt rudern sie wieder zurück, versprechen den Jägern eine solche.“ Tatsächlich kündigte Minister Lies die Umsetzung einer Wolfsverordnung für das Frühjahr 2020 an.

Die Rückkehr der Wölfe hat neben den privatwirtschaftlichen Schäden alleine das Land Niedersachsen in 2019 etwa eine Million Euro gekostet. Rund 736.000 Euro flossen in Schutzmaßnahmen, beispielsweise an Weidetierhalter, die von den Zuschüssen Schutzzäune errichten konnten. Bis Dezember 2019 sind dem Ministerium rund 240 Attacken auf Nutztiere bekannt geworden.

Grupe machte deutlich, dass die Freien Demokraten weiter an ihrer Forderung nach einer Wolfsverordnung festhalten werden.