Hermann Grupe: Weidetierhaltern mit Respekt und echten Zukunftsperspektiven den Rücken stärken - Klöckners Aussagen gehen völlig am Problem vorbei

Hermann Grupe

Hannover. "Unsere heimische Landwirtschaft verdient unser aller Respekt und sie braucht echte Chancen sowie eine gesicherte Zukunftsperspektive, um weiterbestehen zu können. Wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner Wölfen und Weidetieren zugleich Schutz zusagt, geht das völlig am Problem vorbei", sagt der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Hermann Grupe. Er bezieht sich auf Klöckners Aussagen anlässlich der Eröffnung des "Bundeszentrums Wolf und Weidetiere" am Dienstag. 

Zwar erstatte der Staat bereits Schutzmaßnahmen, die Herdentiere vor Wolfsangriffen schützen sollen. Die Kosten für die Anschaffung von Zäunen machten aber nur einen geringen Teil der Belastungen für die Weidetierhalter aus. Grupe: "Der Löwenanteil, die zu leistende Mehrarbeit und der bürokratische Aufwand, bleibt bei den Tierhaltern. Und es geht nicht nur um Kosten, sondern auch um die psychischen Belastungen. Es lässt sich eben nicht finanziell erfassen, was es bedeutet, am Morgen eine gerissene Herde vorzufinden. Auch die Belastung durch Verdächtigungen und öffentliche Angriffe ist so immens, dass immer mehr Weidetierhalter ihre Tätigkeit aufgeben." In dieser aufgeheizten Situation komme es darauf an, den Landwirten den Rücken zu stärken, findet Grupe: "Die Politik muss ihre Maßnahmen vor allem so gestalten, dass sie die landwirtschaftlichen Betriebe nicht gefährdet. Denn die heimischen Betriebe sichern am Ende unsere Versorgung mit gesunden Lebensmitteln. Sie produzieren bereits jetzt so nachhaltig, wie kaum an einem anderen Ort der Welt. Diese Betriebe hätten die Unterstützung der Landwirtschaftsministerin wirklich nötig."     

 

Hintergrund: Anlässlich der Eröffnung des "Bundeszentrums Wolf und Weidetiere" hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner geäußert, dass Wolf und Weidetier zu schützen seien. Gleichzeitig geben immer mehr Weidetierhalter ihre Herden auf, weil die Belastungen, bspw. durch Wolfsrisse und Schutzmaßnahmen, zu groß werden.   

 

Franz Teresiak
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