Wissenschaft küsst Wirtschaft: FDP legt Positionspapier vor

Lars Alt

Die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag fordert eine Wissenschaftsoffensive für den niedersächsischen Wirtschaftsstandort. Der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Lars Alt, erklärt dazu: "Hochschulen und kleine und mittelständische Unternehmen sind die Innovationstreiber Niedersachsens. Diese Innovationstreiber können jedoch noch deutlich besser miteinander vernetzt werden. Es braucht eine stärkere Wirtschaftsorientierung in der Wissenschaft und eine stärkere Wissenschaftsorientierung in der Wirtschaft.“  

Vor diesem Hintergrund wünscht sich Wissenschaftsexperte Alt einen deutlich engeren Erfahrungs- und Wissensaustausch von Hochschulen und Unternehmen in Niedersachsen. "Dem Land kommt hierbei eine Mittlerfunktion zu. Es muss neue Innovationsfelder unter Berücksichtigung bestehender regionaler Stärken erschließen und gleichzeitig einen größeren Beitrag für die Beantwortung überregionaler Problemlagen leisten. Nachholbedarf besteht vor allem im Bereich des dualen Studiums, bei Ausgründungen und den Investitionen in Forschung und Entwicklung. Beim Anteil an dual Studierenden belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich bislang nur einen Platz im Mittelfeld. Das ist uns nicht genug", erklärt Alt. 

"Gerade um den Bedarf von Fachkräften zu decken, brauchen wir einen Ausbau des dualen Studiums, eine Aufwertung der Berufsakademien und mehr Wechsel zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Während sich VW mit der Fakultät 73 eine eigene Qualifizierungsstätte geschaffen hat, finden kleine und mittelständische Unternehmen zu wenige staatliche Weiterbildungsangebote vor. Die Hochschulen müssen sich also noch stärker in die Weiterbildung einbringen können und mehr Zugänge für Fachkräfte schaffen, die über keinen Hochschulabschluss verfügen. Auch müssen Spurwechsel zwischen Ausbildung und Studium erleichtert werden. Die Fachkräftebildung und die Fachkräftebindung muss einen deutlich größeren landespolitischen Stellenwert erhalten. Das kann jedoch alles nur gelingen, wenn wir die Grundfinanzierung für die Hochschulen in der kommenden Wahlperiode des Niedersächsischen Landtages drastisch erhöhen", meint Alt. 

"Wir müssen die Infrastruktur von Hochschulen und Unternehmen besser vernetzen, das System der Forschungszulage entbürokratisieren und das Ökosystem für Ausgründungen aus den Hochschulen heraus verbessern. Ganz konkret wollen wir das Lehrangebot für Unternehmensgründungen ausbauen und ein Gründungssemester über das niedersächsische Hochschulgesetz ermöglichen. Die Transformation der Wirtschaft wird nur mit der Wissenschaft gelingen", erklärt Alt abschließend. 

Hintergrund: Unter dem Titel "Wissenschaft küsst Wirtschaft" hat die FDP-Landtagsfraktion heute ein Positionspapier zur besseren Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft vorgelegt und die Forderung mit einer Plakat-Aktion vor der Uni Hannover und dem Volkswagenwerk in Wolfsburg unterstrichen. Es konzentriert sich auf Lösungsvorschläge für sieben Problemfelder: (1) Ausbau des dualen Studiums, (2) Stärkung von Berufsakademien, (3) Förderung von Gründungen, (4) Weiterbildung an Hochschulen, (5) Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten, (6) Investitionen in Forschung, (7) Fachkräfteinitiative.

 

 

Thomas Wille
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