Roland Riese: Pflegekammern bringen nicht mehr Qualität in der Pflege, dafür mehr Bürokratie

Hannover. In der Landtagsdebatte über eine Pflegekammer in Niedersachsen hat sich der FDP-Sozialpolitiker Roland Riese skeptisch geäußert. „Der Vorschlag, eine Pflegekammer einzurichten, bringt vor allem mehr Bürokratie, gleichzeitig aber leider nicht mehr Qualität”, sagte Riese. Er wunderte sich über das Engagement der niedersächsischen SPD-Fraktion für eine Pflegekammer. „Die SPD-Kollegen in Bayern sehen das offensichtlich anders. In deren Beschlussbuch heißt es wörtlich: „Die Errichtung von Pflegekammern lösen die Probleme nicht. (…)Kammern kommen aus der mittelalterlichen Ständegesellschaft und werden inzwischen sogar bei den Ärzten immer mehr in Frage gestellt – gerade wegen ihrer Erstarrungs- und Bürokratisierungstendenzen‘.”

Die Argumentation der SPD, ohne eine Pflegekammer drohe Niedersachsen der Pflegenotstand, kann Riese nicht nachvollziehen. „Das Gegenteil ist der Fall. Eine Pflegekammer würde voraussichtlich sofort darangehen, die zahlreichen Hilfskräfte aus der Pflege heraus zu sortieren. Diese wären schließlich auch keine Kammermitglieder. Aber: Auf diese Hilfskräfte werden wir auch in Zukunft nicht verzichten können”, so der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Wie es andere gehe, hätten FDP und CDU in Niedersachsen vorgemacht: „Wir haben den Landespflegeausschuss erweitert und den Pflegerat in den Kreis der Mitglieder aufgenommen. Auch mit den Pflegepakt haben wir ein deutliches Zeichen für die Pflege gesetzt.”