Spät oder gar nicht - Maßnahmen gegen Corona in Schulen und Kitas

Klassenraum und Schüler mit Maske

Im März 2020 schlossen die Schulen von einem auf den anderen Tag und standen ohne Plan da. Die jahrelang verschlafene Digitalisierung der Bildungspolitik zeigte sich in fehlender Infrastruktur für digitalen Unterricht, fehlenden pädagogischen Konzepten und mangelnder Unterstützung für die Lehrkräfte und Schulleitungen. Diese versuchten, so gut es ging, den Unterricht aufrechtzuerhalten und improvisierten mit Videokonferenzsoftware, Kopien per Post, Mails mit Übungsmaterial, selbstgedrehten Videoclips, Telefonsprechstunden und vor allem aber mit viel Engagement und Kreativität. Daran hat sich im Grunde wenig geändert: Es wirkt, als beharre Kultusminister Tonne (SPD) vor allem deshalb auf Präsenzunterricht, weil es noch immer kein Konzept und keine ausreichenden Mittel für den Unterricht zu Hause gibt. Die größten Baustellen der Landesregierung:  

  • Digitale Unterrichtskonzepte und -materialien sind weiterhin Glückssache und werden nicht zentral organisiert. Die Bildungscloud liefert immer noch nicht die erhoffe Vereinfachung für alle. Und jede Lehrkraft muss ihren Unterricht im Alleingang digitalisieren. 

  • Weder die Sommer- noch die Herbstferien wurden genutzt, um die Schulen baulich coronafest zu machen. Immer noch gibt es Klassenzimmer, deren Fenster sich nicht öffnen lassen, obwohl frische Luft eines der besten Mittel gegen eine zu hohe Aerosolkonzentration in den Räumen ist.
  • Auch im Winter bleibt das Anti-Corona-Konzept des Ministers: Alle 20 Minuten das Fenster öffnen. Wer friert, zieht eben einen Pullover mehr an.   
  • Besonders zu Beginn der Pandemie hatten viele Eltern plötzlich ihren Job und ihre Kinder im Wohnzimmer und am Küchentisch. Eine Notbetreuung gab es nur für bestimmt Berufsgruppen.  

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Wir wollen: Gute Bildung, sichere Schulen und Kitas

Der Bildungsminister sitzt aus und entscheidet später. Die FDP-Fraktion setzt auf Lösungen. Wir wollen, dass Niedersachsens Schüler nicht zu Corona-Verlierern werden. Das planlose, improvisierte Lernen zu Hause führte vor allem dazu, dass einige Schüler ohne die dringend benötigte Unterstützung alleingelassen werden. Sie verfügen oft nicht über die notwendigen digitalen Endgeräte und finden zu Hause selten ein geeignetes Lernumfeld vor. Deshalb müssen Schulen so ausgestattet werden, dass das Lernen in ihren Räumen sicher ist. Auch für das Lernen zu Hause brauchen wir in Niedersachsen endlich Konzepte und die entsprechende Ausstattung. Dazu gehören für uns:

  • Gute Luft in Klassenzimmern. Wir wollen Raumluftreiniger und coronafeste Belüftungsanlagen statt Frieren und Zittern am Platz.  
  • Sichere Schulwege. Um das Infektionsrisiko in Bussen und Bahnen zu verringern, wollen wir mehr Verkehrsmittel einsetzen.  
  • Digitale Schule. Wir wollen Geld bereitstellen, um Schüler und Lehrer endlich auszustatten und digitale Unterrichtskonzepte zentral zu erarbeiten und für alle nutzbar zu machen.
  • Testen, testen, testen. Damit sich das Virus nicht in Schulen und Kitas ausbreitet: Eine landesweite Teststrategie für Lehrer und Erzieher. 
  • Aufholen in den Ferien. Schüler haben nach dem Lockdown viel Stoff nachzuholen. Wir fordern freiwillige Ferienlernangebote. 
  • Primat der Bildung. Schulen und Kitas dürfen nur geschlossen werden, wenn Notbetreuung und digitale Lernangebote sichergestellt und alle anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausgeschöpft sind.

Unsere Anträge und Positionspapiere für eine Coronafeste Schule

Antrag: Schule pandemiefest machen

Antrag: Dicke Luft in Niedersachsens Klassenzimmern und Schulbussen

Stand: 20.11.2020