Sylvia Bruns: Auch schwules Blut rettet Leben – Diskriminierung von homo- und transsexuellen Menschen endlich beenden

Die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag setzt sich mit einem Entschließungsantrag dafür ein, Blutspenden künftig auch für homo­sexuelle und transgeschlechtliche Menschen leichter zu ermöglichen. Angesichts der hohen Nachfra­ge nach Blutspen­den werde die Versorgung mit Blutpräparaten zu einer immer größe­ren Herausforderung, heißt es in dem am Donnerstag ins Parlament eingebrachten Antrag der Fraktion. „Die Zeit der Diskriminierung muss vorbei sein“, fordert die sozialpolitische Sprecherin der Freien Demokraten, Sylvia Bruns. „Wir dürfen es uns nicht leisten, spendenbereite Menschen wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität pauschal von einer Blutspende auszuschließen.“

Die derzeit bestehende und zuletzt 2017 geänderte Hämotherapie-Richt­linie lässt Blutspenden von homo- und transsexuellen Spendern erst nach 12-monatiger sexueller Abstinenz zu. „Diese Regelung ist völlig weltfremd“, so Bruns. Die Benennung von homo- und transgeschlechtlichen Personen als Personengruppen mit erhöhtem Übertragungsrisiko schwerer Infektionskrankheiten stelle eine ungerechtfertigte Pauschalisierung und diskriminierende Regelung dar und gehöre abgeschafft. Entscheidend für ein Infektionsrisiko sei nicht die sexuelle oder geschlechtliche Identität eines Menschen, sondern das tatsächliche Risikoverhalten, zum Beispiel durch ungeschützten Sexualverkehr mit häufig wechselnden Partnern. In Zukunft dürfe die medizinische Beurteilung zur sicheren Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen nicht mehr von der sexuellen oder geschlechtlichen Identität abhängig gemacht werden. „Auch schwules Blut rettet Leben“, sagt Bruns.

Hintergrund: Die Fraktion der Freien Demokraten hat am Donnerstag einen Entschließungsantrag für die diskriminierungsfreie Blutspende von homo- und transsexuellen Menschen in die parlamentarische Beratung eingebracht.