Sylvia Bruns: Flickwerk der Sozialministerin reicht nicht mehr aus – Weitblickendes Konzept für Maßregelvollzug notwendig

Hannover. Nach dem erneuten Ausbruch eines Patienten aus dem Maßregelvollzug mahnt die FDP-Sozialexpertin Sylvia Bruns zu schnelleren und weitreichenderen Reformen in Niedersachsen. Sozialministerin Cornelia Rundt müsse nun endlich mehr Schnelligkeit an den Tag legen und Veränderungen nicht weiter über Wochen verschleppen. „Die Bevölkerung fragt sich mit jedem neuen Fall zu Recht, warum sich nicht endlich etwas ändert. Es reicht nicht mehr, wenn Frau Rundt aufzählt, was alles schon eingeleitet wurde“, sagt Bruns.

Zudem sei es wichtig, sich bereits heute weitreichendere Reformgedanken zu machen. „Es ist zu erwarten, dass durch Drogen wie Crystal Meth noch viel mehr Probleme im Maßregelvollzug auf uns zukommen. Hier muss dringend ein weitreichenderes Therapiekonzept entwickelt werden“, so Bruns. Möglicherweise sei es auch sinnvoll, Patienten in Drogentherapie an einem Standort gemeinsam zu behandeln. Bruns: „Das jetzige Flickwerk der Sozialministerin wird nicht ausreichen.“

Hintergrund: Am Dienstag ist erneut ein Straftäter aus dem niedersächsischen Maßregelvollzug entflohen. Der wegen Mordes verurteilte Mann hielt sich für eine ambulante Therapie in Northeim auf. Weil eine Mitinsassin gegenüber der Einrichtungsleitung in Moringen schwere Vorwürfe gegen ihn erhob, sollte er zurückgeholt werden. Dabei konnte er sich von den Betreuern losreißen und weglaufen. Er soll die Frau unter Druck gesetzt und von ihr verlangt haben, Drogen in die Einrichtung zu schmuggeln.