Mehr Chancen für Pflegekinder

Kein Kind kann etwas für seine Situation oder Herkunftsfamilie. Besonders, wenn es in einem Heim, einer Pflegefamilie oder einer Wohneinrichtung aufwächst. Der Staat zahlt dann die Unterbringung und die Lebenshaltungskosten.

Bisher gilt: Wenn Pflegekinder eine Ausbildung machen oder in einem Minijob arbeiten, müssen sie bis zu 75 Prozent ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben, um die Betreuungskosten auszugleichen. „So verhindert man, dass Pflegekinder aus eigener Kraft durch Arbeit ihre Situation verbessern. Auch die Bildung eines kleinen finanziellen Polsters ist so nicht möglich“, so Sylvia Bruns, Sprecherin für Soziales der FDP-Landtagsfraktion in Niedersachsen. Sie meint: „Pflegekinder werden für eigene Leistung bestraft, weil sie sich in einer Situation befinden, in die sie sich nicht selbst gebracht haben.“


“So verhindert man, dass Pflegekinder aus eigener Kraft durch Arbeit ihre Situation verbessern.”
(Sylvia Bruns, sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen)


Eine FDP-Initiative, diese Ungerechtigkeit abzuschaffen, wurde im Niedersächsische Landtag mit großer Mehrheit angenommen. Sylvia Bruns freut sich über die breite Zustimmung, die der Antrag über alle Fraktionen hinweg fand: „Die Landesregierung ist jetzt aufgefordert, die Abschaffung der Zuzahlungen über eine Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen. Ich hoffe sehr auf Unterstützung aus anderen Bundesländern, damit diese ungerechte und unsinnige Regelung bald der Vergangenheit angehört.“