Sylvia Bruns: Umlage in der Pflege ist ungerecht und unsozial

Hannover. Die FDP-Sozialpolitikerin Sylvia Bruns bezweifelt die Wirksamkeit einer Umlagefinanzierung in der Altenpflegeausbildung. „Zum letzten Mal wurde eine Umlage 1996 eingeführt. Danach sank die Zahl der Ausbildungsplätze“, stellte Bruns in ihrer Rede im Landtag fest. Nach Abschaffung der Umlage sei die Zahl der Ausbildungsplätze wieder kontinuierlich gestiegen.

Bruns zufolge spricht aber vor allem gegen die Umlage, dass die betroffenen Menschen, die gepflegt werden müssen, zur Kasse gebeten werden.  „Man rechnet mit Kosten zwischen zwei bis drei Pflegetagen, die der zu Pflegende selbst bezahlen müsste. Das ist zutiefst ungerecht und unsozial“, kritisierte die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion.

Die Zahl der Ausbildungsplätze sei in der Pflege gar nicht das Problem, sagte Bruns. „In Niedersachsen sind aktuell so viele Menschen in der Pflegeausbildung wie nie zuvor. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist seit 2008 um mehr als ein Drittel gestiegen.“ Die Politik müsse vielmehr Rahmenbedingungen schaffen, die Pflegekräfte auch nach der Ausbildung in der Pflege zu halten. „Die Pflege ist ein Beruf mit Zukunft. Das muss stärker deutlich werden“, so die FDP-Sozialpolitikerin.