UNTERRICHTSVERSORGUNG AN SCHULEN IN NIEDERSACHSEN

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Die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hat die Landesregierung nach den Daten zur Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2021/2022 gefragt. Die Antwort haben wir auf den folgenden Seiten ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass der Kultusminister die Unterrichtsversorgung in den vergangen vier Jahren nicht verbessert hat – ganz im Gegenteil: Im Schuljahr 2016/17 lag sie bei 98,89 %. Die Prognosen, die uns heute vorliegen, gehen für das Schuljahr 2021/22 von nur noch 97,38 % aus, das ist ein mehr als deutlicher Verlust. Das Verhältnis der prognostizierten Soll- und IstStunden der letzten Schuljahre zeigt, dass die Landesregierung den Herausforderungen der aktuellen Schulentwicklung nichts entgegenzusetzten hat.

Tabelle

Die coronabedingten Unterrichtsausfälle sind hier nicht miterfasst. Die Daten zeigen: Unabhängig von der Pandemie steht es schlecht um die Unterrichtsversorgung im Land. Die Fehlstunden sind in den vergangen zwei Jahren um 21.895 UStd./Woche gestiegen. Insgesamt sind pro Woche 36.207 Stunden prognostiziert, die nicht stattfinden können – ohne Krankheitsausfall, Fort- und Weiterbildungen, Elternzeit, Mutterschutz oder eine Pandemie.

1.476 Schulen haben eine prognostizierte Unterrichtsversorgung von unter 100 Prozent. An diesen Schulen fallen schon ohne Distanzunterricht, Schulschließungen und Wechselunterricht Unterrichtsstunden aus. Da greift die Argumentation des Ministeriums, der erste dreizehnte Jahrgang an den Gymnasien sei verantwortlich für die steigende Zahl der Fehlstunden, zu kurz. Seit die Umstellung von G8 auf G9 beschlossen wurde, war klar, dass der Zusatzbedarf von 1250 weitere Vollzeitlehrereinheiten bis zu diesem Schuljahr gedeckt werden muss. Dafür hat die Landesregierung keinerlei Vorsorge getroffen.

Und nicht nur hier führt die fehlende Weitsicht zum Desaster. Die fehlenden Lehrkräfte erschweren die Arbeit an den Schulen gerade in der Pandemie enorm. Und das Ministerium handelt nicht, um durch zentrale Digitalisierung oder die Anschaffung von ausreichend geeigneter Schutzausrüstung Lehrkräfte und SchülerInnen zu entlasten. Vom Versprechen, die Unterrichtsversorgung voll zu gewährleisten, bleibt in Corona-Zeiten nichts mehr übrig.

Im Folgenden finden Sie die Zahlen für die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte sowie die einzelnen Schulen. Zudem ist die Entwicklung der Zusatzbedarfe in den Schulen und die Unterrichtsversorgung nach Schulformen aufgeschlüsselt.

Wir weisen darauf hin, dass die Werte den Eingaben der Schulen entsprechen und vom Ministerium nicht geprüft sind. Durch fehlerhafte Eingaben können sich statistisch hohe Auswirkungen auf die Unterrichtsversorgung ergeben. Die Relation von Soll-Stunden zu Ist-Stunden wurde nicht vom Ministerium vorgenommen, sondern durch die FDP-Fraktion ergänzt.

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Die detaillierte Antwort der Landesregierung mit allen Zahlen finden Sie hier. Wir weisen darauf hin, dass diese Daten stichtagsbezogen sind und sich bpsw. durch Nachbesetzungen von Stellen oder Elternzeit und Mutterschutz die Werte schon wieder verändert haben können. Aber diese Prognosedaten bieten einen Einblick in die tatsächliche Situation der Schulen vor Ort.

Infomappe zur Unterrichtsversorgung