Wolfsübergriffe verhindern – Politik muss handeln

Die FDP-Fraktion möchte den zunehmenden Problemen mit Wolfsangriffen und -rissen auf Nutztiere mit einer Wolfsverordnung entgegenwirken. „Der Bestand des Wolfes in Deutschland ist längst nicht mehr gefährdet. Allein in Niedersachsen gibt es 22 nachgewiesene Wolfsrudel, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bei einer Vermehrungsrate von etwa 30 Prozent werden in unserem Bundesland in fünf Jahren mehr als 740 Wölfe leben. Eine solch große Population würde den Bestand anderer Wildtierarten nachhaltig gefährden und die Weidetierhaltung unmöglich machen“, sagte Hermann Grupe, landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen. Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, um den Bestand zukünftig regulieren zu können, sei absolut notwendig.

Grupe betonte, es sei auch über das reine Anwachsen der Population hinaus nötig, Wege zu finden, um mit der zunehmenden Anzahl verhaltensauffälliger Wölfe umzugehen. Jüngstes Beispiel sei das Rodewalder Rudel, dem bereits Risse in einem Stall und das Überwinden von Schutzzäunen nachgewiesen wurden. Obwohl Minister Lies bereits im August 2018 versprochen habe, den Leitrüden dieses Rudels zu entnehmen, sei nichts passiert. Seither habe das Rudel weitere 47 Weidetiere getötet. „Die Landesregierung hat keinerlei Lösung anzubieten. Es ist Minister Lies bisher nicht einmal gelungen, auch nur einen einzigen Wolf zu besendern. Die Wolfsübergriffe werden weiter zunehmen, wenn hier nicht endlich Einhalt geboten wird. Mit der Wolfsverordnung können die Experten vor Ort nach strengen Regeln flexibel auf Gefährdungen reagieren“, erklärte Grupe weiter. So sei vorgesehen, Wölfe erschießen zu dürfen, die eine unmittelbare Gefahr für nicht umzäunte Nutztierherden, besiedelte Gebiete oder bewohnte Hofstellen darstellen. Sollten sie sich diesen Gebieten auf Sichtweite nähern, sei eine Vergrämung erlaubt. Grupe kritisierte, die  Politik habe sich bisher als weitgehend handlungsunfähig erwiesen. Ein ‘Weiter so’ würde die völlige Kapitulation vor den Problemen bedeuten. Die Menschen erwarten, dass endlich entschieden und gehandelt wird.“